Montag, 19. Februar 2018

03. November 2016 00:05 Uhr

Sportskanonen

Rasender Riese auf dem Kinderspielzeug

Dominik Rivola aus Erlingen holt sich den deutschen Meistertitel im Bobbycar-Rennen. Wie ein 1,98-Meter-Hüne zu dieser ausgefallenen Sportart kommt, die nicht ganz ungefährlich ist Von PETER HEIDER und Oliver Reiser

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„Bequem ist das nicht“, sagt Dominik Rivola. Und es sieht in der Tat etwas ungewöhnlich aus, wenn er seine 1,98 Meter Körpergröße, verpackt in eine Ledercombi, auf ein Bobbycar drapiert. Oberkörper und Beine ragen weit über das getunte Kinderspielzeug hinaus, wenn er mit rund 100 Stundenkilometern den Hang hinunterbrettert. Der 27-Jährige aus dem Meitinger Ortsteil Erlingen fährt Bobbycar-Rennen und hat heuer bereits zum zweiten Mal den Titel des deutschen Meisters eingefahren. Außerdem wurde der Maschinenbautechniker bayerischer Meister sowie Vizeweltmeister.

Begonnen hat seine Karriere bei einem Spaßrennen in Markt. „Da habe ich mitgemacht und Blut geleckt“, lacht der junge Mann, der bis dato beim Fußball-B-Klassisten SV Erlingen dem runden Leder hinterherjagte. So hat er sich umgesehen und entdeckt, dass es eine regelrechte Bobbycar-Rennszene gibt. Auch seine Freundin Franziska Mair, 26, aus Biberbach fand Gefallen an dieser Sportart. „Da habe ich ihr auch eine Rennmaschine gebaut und wir haben den Bobbycar-Club ,Schmutterflitzer‘ gegründet“, erzählt Rivola.

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Seit 2011 nehmen Rivola und Mair regelmäßig an offiziellen Veranstaltungen des Bobbycar-Sportverbands teil. Dieser Verein organisiert seit vielen Jahren Bobbycar- Rennen in Deutschland sowie dem angrenzenden Ausland, wie zum Beispiel in Österreich, Schweiz, Frankreich und Luxemburg.

Mit dem feuerroten Spielzeugteil, auf dem Kinder durch die Gegend fegen, hat das Renn-Bobbycar nicht mehr viel gemeinsam. Die Boliden, auf denen sich Dominik Rivola und Franziska Mair auf die Rennstrecken begeben, wiegen rund 40 Kilogramm. „Es ist eine Metallkonstruktion, auf die das Plastikteil des Bobbycars geschraubt ist“, erklärt Rivola. Das Fahrgestell ist aus Metall, die Räder sind mit Kugellagern versehen. „Da hat jeder sein eigenes Erfolgsrezept.“ Seine Eigenkonstruktionen baut er mithilfe von Freunden in diversen Werkstätten und Garagen. „Ich liefere nur die Ingenieurleistung.“

Die Bobbycar-Elite traf sich 2016 in der Eifel, um in Kempenich auf einer sehr anspruchsvollen Strecke den Titel des deutschen Meisters auszutragen. Die Strecke, welche mitten durch den Ortskern führte, verlangte den Teilnehmern alles Geschick ab. Die Fahrer mussten sich mit engen Kurven, schwierigem Straßenbelag sowie einer kleinen Schanze auseinandersetzen. Dominik Rivola war der Beste des gesamten Rennwochenendes und konnte sich somit den Titel in der Profiklasse sichern. Er darf sich nun für ein Jahr „schnellster Bobbycar-Fahrer Deutschlands“ nennen.

Das Finale der Bobbycar-Saison 2016 fand im bayerischen Ostheim vor der Rhön statt. Bereits zum vierten Mal wurde dort die bayerische Meisterschaft ausgetragen. „Es handelt sich um eine absolute Hochgeschwindigkeitsstrecke“, erklärt der Erlinger. Sein Motto lautet dabei: „Je schwerer, umso schneller.“ Auf die Frage nach seinem Gewicht antwortet er grinsend: „Schreiben sie 95 Kilo, das schmeichelt mir.“

Durch das Gefälle beschleunigen die bis zu 40 Kilogramm schweren Rennboliden auf Geschwindigkeiten von knapp 100 Stundenkilometern. „Somit“, so Rivola, „ist das Tragen von Lederkombi, Helm sowie Handschuhen absolute Pflicht.“ Zusätzlich sind die Strecken noch mit Strohballen abgesichert, um ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten. Dass dies nötig ist, zeigte sich in Ostheim, als Dominik Rivola hart in die Bande einschlug. Der Aufprall bei rund 90 km/h drückte sogar die Metallabsperrung um knapp einen halben Meter nach hinten und brachte einen Zuschauer zu Fall. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und so konnte die wilde Fahrt gleich darauf wiederholt werden. Bei jeder Rennveranstaltung sammelt der Fahrer (wie bei der Formel 1) Weltranglistenpunkte, die am Ende der Saison zusammengezählt werden. Derjenige mit den meisten Punkten ist dann Weltmeister. Rivola musste sich dieses Jahr nur Stefan Gymesi aus Münster in Baden-Württemberg geschlagen geben.

Franziska Mair konnte in der Amateurklasse den 16. Weltranglistenplatz einfahren. Einmal mehr demonstrierte die Biberbacherin, dass nicht nur Kinder und Männer auf Bobbycars eine gute Figur abgeben, sondern auch Damen Spaß und Erfolg am Bobbycar-Sport finden.

Nächstes Jahr ist eine Rennveranstaltung in Augsburg „Am Pfannenstiel“ geplant. Da möchten Dominik Rivola und Franziska Mair dann den Heimvorteil nutzen.

Info zu Terminen und Reglement

www.bobbycarclub.de

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