In der Regierungskoalition in Augsburg kommt es zum Eklat. Pro-Augsburg-Stadtrat Rudolf Holzapfel hat Anzeige gegen CSU-Rat Tobias Schley erstattet. Von Michael Hörmann


Es geht um eine persönliche Beleidigung, die in der Stadtratssitzung am Donnerstag gefallen sein soll. Schley soll Holzapfel als „Arschloch“ bezeichnet haben. Er selbst habe die Aussage zwar nicht gehört, so Holzapfel, doch zwei Stadtratskollegen benennt Holzapfel als Zeugen: Peter Uhl (CSU) und Dimitrios Tsantilas (CSM). Schley bestreitet die ihm zugeschriebene Äußerung. „Ich habe Herrn Holzapfel nicht beleidigt.“ Um Schley gab es in der Vergangenheit immer wieder Ärger.
Er sehe die Aktion „als Bestandteil einer Intrige. Auch Schley benennt Zeugen, die seine Version untermauern: Werner Lorbeer (Pro Augsburg), Andreas Jäckel (CSU) und Karl Heinz Englet (fraktionslos). Es sind Stadträte, die direkt in der Nähe von Schley sitzen.
Was war der Anlass für die mögliche Beleidigung? Holzapfel hatte sich in einem Redebeitrag kritisch mit dem früheren Fraktionskollegen Englet befasst, der die Pro-Augsburg-Fraktion verlassen hat.
Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) erwartet für die inhaltliche Zusammenarbeit der Koalition zunächst keine Auswirkungen. Er sieht nun aber Partei und Fraktion „am Zug“, weil es einen neuerlichen Vorfall mit Schley gebe: „Das Maß ist voll, es ist übervoll.“
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