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Augsburger Verkehrsverbund: AVV will dieses Jahr Handyticket einführen

Augsburger Verkehrsverbund

AVV will dieses Jahr Handyticket einführen

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    Beim Familienfest des Augsburger Verkehrsverbundes AVV zeigt Josef Schmid Nadja Müller den Touch-screen-Terminal. Bild: Wall
    Beim Familienfest des Augsburger Verkehrsverbundes AVV zeigt Josef Schmid Nadja Müller den Touch-screen-Terminal. Bild: Wall

    Anfangs mussten sich sieben Mitarbeiter eine geliehene Schreibmaschine teilen, um die ersten Fahrpläne für die Buslinien des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV) einzutippen. Mit viel Improvisationstalent schafften es Herbert König, der damalige Geschäftsführer, und sein noch völlig unerfahrenes Team, die komplizierten Tabellen rechtzeitig an den Haltestellen auszuhängen. Am Samstag feierte das Unternehmen seinen 25. Geburtstag mit einem großen Familienfest auf dem Rathausplatz.

    „Eigentlich weiß ich gar nicht, was der AVV ist. Ich fahre öfter zu meiner Tante nach Welden und steige dann am Hauptbahnhof in den Bahnbus. Da steht halt AVV drauf“, erzählt die Lechhauserin Christa Schormair. Da die Stadtwerke sowie die Bus- und Bahnunternehmen in den Kreisen Augsburg, Aichach und Dillingen sich zu dem Verbund zusammengeschlossen haben, steigt die 54-Jährige in der Blücherstraße in die Tram, stempelt ihre Streifenkarte – und fährt damit bis ans Ziel.

    Computer errechnet günstigsten Preis

    Aus dem Flickenteppich vieler Linien in der Region ein leistungsfähiges Nahverkehrsnetz mit aufeinander abgestimmten Fahrplänen und einem einheitlichen Tarifsystem zu knüpfen, war die erste Aufgabe des AVV. Im vergangenen Jahr nutzen 78 Millionen Fahrgäste dieses Angebot – Tendenz steigend.

    Natürlich ist die legendäre Schreibmaschine längst durch Computer ersetzt und die Experten in der Geschäftsstelle an der Prinzregentenstraße tüfteln an völlig anderen Fragen.

    „Wir werden noch heuer das Handyticket einführen“, kündigt AVV-Geschäftsführer Olaf von Hoerschelmann an. Im Probebetrieb funktioniere es bereits, per Handy bis zur letzten Minute seine Fahrkarte zu kaufen. Auch der Ticketkauf per Internet-PC werde bald kommen. Der Clou dabei: Der AVV-Computer addiert am Monatsende alle gebuchten Fahrkarten und errechnet den günstigsten Gesamtpreis. Vielbucher kommen so in den Genuss von Rabatten.

    „Unser größtes Projekt ist im Moment, die Fahrgast-Information zu verbessern. Mit Anzeigen an den Haltestellen sowie im Internet und per Handy sollen die Kunden erfahren, wann der nächste Bus kommt, ob er Verspätung hat und ob man seinen Anschluss erreicht,“ sagt von Hoerschelmann. Allerdings gebe es dafür auf dem Markt noch kein wirklich funktionierendes System, das die enorme Menge unterschiedlicher Daten erfassen und in zuverlässige Informationen umsetzen könne.

    Für Amazon-Anbindung wurde das Busangebot ausgeweitet

    Immer wieder seien aber auch Veränderungen im bestehenden Liniennetz nötig: „Natürlich haben wir auf die Ansiedlung des Amazon-Logistikzentrums in Graben mit demnächst 1000 Mitarbeitern plus vielen Saisonkräften reagiert und das Busangebot ausgeweitet. Auch das neue Güterverkehrszentrum in Oberhausen haben wir eingebunden.“ Die höchsten Fahrgastzahlen im AVV-Verbund verbucht nach der letzten Erhebung von 2009 die Augsburger Verkehrsgesellschaft AVG (Stadtwerke) mit ihren Trambahnen.

    An Werktagen beförderte sie über 200 000 Menschen. Die Bahn folgt mit knapp 50 000 Fahrgästen, die meisten in Richtung München. Bei den Bussen hält die Linie 733 nach Königsbrunn mit gut 4000 Passagieren pro Tag den Rekord, gefolgt von der Linie 700 nach Schwabmünchen mit 3500. Doch bedienen AVV-Busse auch Linien wie die 730 von Königsbrunn nach Schwabstadl, in die weniger als zehn Fahrgäste einstiegen.

    „Wir können uns nicht nur nach den Zahlen richten. Für Schüler müssen wir auch Linien bedienen, die sich überhaupt nicht rechnen,“ erläutert von Hoerschelmann.

    Solche Probleme kümmern die Besucher des Familienfestes herzlich wenig. Am Stand der Bayerischen Regionalbahn BRB fragen die Besucher gelegentlich, ob ihre Streifenkarte auch in der Ammersee- und Paartalbahn gilt, hat Mitarbeiter Jörg Frank-Marquardt beobachtet. Viel interessanter finden die meisten das Geschicklichkeitsspiel mit Waggons einer Modelleisenbahn …

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