Dienstag, 23. Mai 2017

06. Oktober 2015 10:29 Uhr

Augsburg

Ab sofort haben Fahrgäste freies WLAN in Bussen

Fahrgäste können in etwa 60 Bussen ab sofort mit dem Handy kostenlos ins Internet. Die Stadtwerke erhoffen sich davon mehr Passagiere und hoffen, so die Kosten wieder hereinzuholen. Von Stefan Krog und Mathias Heim

i

Kostenloses WLAN gibt es nicht nur auf dem Rathausplatz und am Königsplatz, sondern ab sofort auch in den meisten Bussen der Stadtwerke. Bei den Straßenbahnen dauert es noch etwas.
Foto: Archivfoto: Anne Wall

Fahrgäste der Stadtwerke können ab sofort in einem Großteil der Busse gratis ins Internet. Seit gestern ist der Zugriff für Handys und Tablets offiziell freigeschaltet. Die Stadtwerke sind in Bayern damit Vorreiter. „Wir wollen einen Mehrwert für den Fahrgast bieten. Die Digitalisierung schreitet voran“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza.

Bei den Stadtwerken ist der neue Dienst zunächst in 60 der rund 90 Busse verfügbar. Bei älteren Bussen, die in absehbarer Zeit turnusgemäß ersetzt werden, verzichteten die Stadtwerke auf die Nachrüstung. Die rund 90 Straßenbahnen sollen kommendes Jahr internetfähig werden, sobald die technische Genehmigung vorliegt. Ende 2016 soll in allen Fahrzeugen Gratis-Internet verfügbar sein. Eine Probefahrt in Bussen gestern ergab: Selbst Videos lassen sich einwandfrei auf dem Handy anschauen, Datenpakete sind innerhalb weniger Haltestellen heruntergeladen.

ANZEIGE

Sobald allerdings mehrere Nutzer im Bus große Datenmengen herunterladen, könnte das mobile Netz im Fahrzeug in die Knie gehen und Videos ruckeln. „Wir haben die Technik aber so eingestellt, dass die Kapazität gleichmäßig auf alle Nutzer verteilt wird und nicht einer alle ausbremsen kann“, so Projektleiter Stefan Köhler.

Allerdings sei das Angebot auch nicht dafür gedacht, riesige Datenmengen herunterzuladen. „Wir wollen vor allem die Nutzung von Apps ermöglichen, auch unserer eigenen Verkehrs-App mit Fahrplaninfo“, sagt Casazza. Das bringe Fahrgästen mehr Komfort und Informationen. Im Haltestellendreieck am Königsplatz gibt es schon seit der Eröffnung Ende 2013 WLAN.

Zwar sind viele Fahrgäste weniger als zehn Minuten unterwegs, doch gerade jungen Leuten genüge das, um über Nachrichten-Apps zu kommunizieren, so Casazza. Technisch funktioniert das WLAN im Bus wie ein klassischer Router zu Hause. Die Anbindung nach draußen wird über eine Handy-Antenne auf dem Dach des Busses hergestellt. Weil in Augsburg eine schnelle LTE-Verbindung flächendeckend verfügbar ist, sind relativ hohe Übertragungsgeschwindigkeiten möglich. Nutzer müssen sich nicht namentlich registrieren, ein Filterprogramm etwa für jugendgefährdende Seiten blockt fragwürdige Angebote ab.

Für die Umrüstung der Fahrzeuge werden die Stadtwerke am Ende um die 350 000 Euro hingelegt haben, hinzu kommen die jährlichen Betriebskosten. Diese stehen noch nicht fest, weil unklar ist, wie gut das Angebot angenommen wird und wie viele Daten abgerufen werden.

Wenn alle Fahrzeuge für das WLAN ausgestattet sind, kalkulieren die Stadtwerke mit bis zu 12 000 Euro Kosten pro Monat. Aus Sicht von Geschäftsführer Casazza ist das gut angelegtes Geld. „Wir steigern die Attraktivität des Nahverkehrs. Seltene Nutzer fahren vielleicht häufiger, häufige Nutzer werden zum Abonnenten“, so seine Hoffnung. Im besten Fall werden die WLAN-Kosten durch gestiegene Fahrgastzahlen refinanziert.

Neben den Stadtwerken hat zuletzt die Stadt ihr Angebot ausgeweitet, nachdem es vor zwei Jahren zunächst noch massive Diskussionen darüber gab, ob die Stadt überhaupt ein kostenloses Internet auf öffentlichen Plätzen anbieten soll. Inzwischen gibt es WLAN auf dem Rathausplatz, in der Bürgerinformation am Rathausplatz, im Oberen Fletz des Rathauses, im Stadtarchiv und in den Wartebereichen aller Bürgerbüros. Am Königsplatz wurden in diesem September maximal 160 gleichzeitig angemeldete Geräte gemessen, so Christof Neumann vom IT-Amt der Stadt.

Vor allem Schüler sind die Nutzer: In den Ferien hängen nur 30 Geräte an den dortigen Routern. Die Spitzenzeiten am Kö liegen zwischen 7 und 8 sowie zwischen 13 und 14 Uhr – auch das schülerspezifisch. Auch am Rathausplatz liegt der Rekord bei etwa 160 Geräten, vor allem im Sommer bei schönem Wetter oder während des Christkindlesmarktes.

Aktuell ermittelt das IT-Amt die Kosten für weitere Standorte wie Stadtmarkt, Moritzplatz und Fuggerboulevard. Über die Umsetzung entscheidet der Stadtrat. Auch die Initiative Freifunk bietet kostenlos WLAN an. Freifunker Christian Steinherr findet es wichtig, dass für die Bürger ein kostenloser Internetzugang in der Stadt möglich ist. Beliebt seien vor allem die Hotspots am Elias-Holl-Platz und in der Maximilianstraße. „Wir sind aber nicht auf die Innenstadt fokussiert“, erklärt er.

Auch in Vierteln wie Oberhausen werde an neuen Standorten für ein kostenloses WLAN gearbeitet. In Gegenden von Flüchtlingsheimen seien die Hotspots besonders wichtig – für die Bewohner ist das die günstigste Möglichkeit, zu kommunizieren. Hier sieht Freifunk noch Bedarf. „Die Stadt tut da zu wenig“, findet Steinherr.

i

Schlagworte

Augsburg | Oberhausen

Ihr Wetter in Augsburg-Stadt
23.05.1723.05.1724.05.1725.05.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter12 C | 23 C
8 C | 19 C
8 C | 20 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

6. M-net Firmenlauf Augsburg

Sonderausgabe zum 6. Augsburger M-Net Firmenlauf

Augsburger Geschichte

Jobs in Augsburg



Alle Infos zum Messenger-Dienst
Gesundheit

Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region