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03. Februar 2012 20:12 Uhr

Plärrerumzug

Abschied aus der ersten Reihe

Dieter Bartl gibt Organisation ab. Oberhausen sorgt sich wegen des Rückzugs auch um die Zukunft des Marktsonntags.

Mit dem Handy mitten im Plärrerumzugs-Getümmel wird man Dieter Bartl nicht mehr sehen.
Foto: Anne Wall

Vom Aufhören hat er schon öfter gesprochen. Etwa vor einem Jahr, als ihn eine flapsige Bemerkung des Schaustellerverbandschefs dermaßen auf die Palme brachte, dass er die Organisation des Plärrerumzugs fast hingeworfen hätte. Diesmal macht der umtriebige Funktionär und City-Preis-Träger Dieter Bartl Ernst: „Ich gebe mein Amt als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Oberhauser Vereine und Organisationen ab und höre auch mit dem Plärrerumzug auf.“

Die Gründe für seinen Rückzug seien privater Natur. Der Witwer löst seine Wohnung in Oberhausen auf und zieht mit seiner Lebensgefährtin in den Bärenkeller. Der 68-Jährige spricht von einem „neuen Lebensabschnitt“, vom „Kürzertreten“. Dass er, wie in dieser Woche, trotz Grippe jeden Abend eine Sitzung besucht habe, wolle er sich nicht mehr zumuten. Bislang hat Bartl die Stadt noch nicht informiert, dass sie sich nach 21 Jahren einen neuen Mann (oder eine neue Frau) für den Plärrer-Festzug suchen muss.

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Aus seiner Sicht dürfte das schwierig werden, war die Organisation doch „ein Draufzahlgeschäft“. Mit den 2000 Euro, die er dafür als Zuschuss bekommen habe, sei er angesichts zahlreicher Posten von GEMA-Gebühren bis hin zu Sanitätern nicht weit gekommen. „Und so habe ich erst die gesamten 5000 Euro des City-Preises in den Umzug hineingesteckt und dann mein Privatgeld“, sagt Dieter Bartl.

In Oberhausen steht derweil die Suche nach einem neuen Oberhaupt für die Arbeitsgemeinschaft im Mittelpunkt. Der ursprüngliche Kandidat, Tausendsassa Bernd Beigl (Kulturküche, Ideenwerkstatt, Rikschaverleih) ist abgesprungen. „Ich hätte die Arge im Zuge einer Gesamtkonstellation mit dem Quartiersmanagement übernommen“, sagt Beigl. Da die Stadt wiederum den Münchner Verein „Urbanes Wohnen“ mit dem Quartiersmanagement für das Projekt Soziale Stadt betraute, sei es für ihn nicht machbar, sich ausschließlich ehrenamtlich in Oberhausen zu engagieren.

Eng mit dem bisherigen Arge-Chef Bartl ist der Oberhauser Marktsonntag verknüpft. Bei ihm liefen in den vergangenen Jahren die Fäden für die Großveranstaltung am ersten Sonntag im September zusammen. Und nicht nur Stadtrat Dieter Benkard befürchtet, dass Oberhausen den Marktsonntag mit dem Rückzug des 68-Jährigen verlieren könnte. In anderen Stadtteilen werde schon mit den Füßen gescharrt, um sich den zusätzlichen Einkaufstag zu schnappen, weiß Benkard.

Zugelassen sind in Augsburg jedoch nur insgesamt vier Marktsonntage pro Jahr – derzeit zwei stadtweite und je einer in Lechhausen und Oberhausen.

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