Dienstag, 21. Mai 2013

04. Oktober 2011 07:00 Uhr

Willy-Brandt-Platz

Absperrung an City-Galerie: Gibt es doch eine Einigung?

Das Stahlseil auf dem Willy-Brandt-Platz, das seit drei Monaten die City-Galerie vom Bürokomplex Forsterpark trennt, könnte nun bald verschwinden.

Das Stahlseil auf dem Willy-Brandt-Platz, das seit drei Monaten die City-Galerie vom Bürokomplex Forsterpark (Volkshochschule) trennt, könnte bald verschwinden. Forsterpark-Besitzer Anton Lotter ist mit der Stadt im Gespräch. Insgesamt scheinen sich sowohl er als auch die Vertreter der Stadtregierung nach den Diskussionen vom Juli beruhigt zu haben. „Was eine Neugestaltung des Platzes betrifft, sind wir nicht weit auseinander“, sagt Baureferent Gerd Merkle. Die Stadt scheint hingegen gesprächsbereit zu sein, was die langfristige Zukunft der Kunsteisfläche „Winterland“ betrifft.

Wie berichtet hatte Lotter Anfang Juli aus heiterem Himmel die Zufahrt zum „Forsterpark“ für Passanten sperren lassen. Die Folge: Aus Richtung Predigerberg konnten mehrere hundert Fußgänger pro Tag nicht mehr direkt zur City-Galerie. Es gab einen erhitzten Streit zwischen Stadt und Lotter, der darin gipfelte, dass städtische Arbeiter eines Morgens einen Teil des Stahlseils durchzwickten und einen Behelfsweg durch eine Grünanlage asphaltierten. Ein Teil des Stahlseils blieb aber bestehen, weil die Grundstücks- und Eigentumsverhältnisse auf dem Platz verworren sind.

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Das zwischen Pfosten gehängte verbliebene Stahlseil trennt nun noch City-Galerie und Forsterpark. Da das Flatterband abgerissen wurde, ist es gerade nachts schlecht sichtbar, beklagen abendliche Besucher der Volkshochschule. Auch bei Mietern im Bürohaus hält sich der Jubel über das Seil in Grenzen.

Lotter will das Seil entfernen, sobald mit der Stadt eine Einigung über eine Markierung eines Fußgängerüberwegs gefunden ist. „Für den normalen Passanten ist die Absperrung ja tatsächlich nicht ganz nachvollziehbar“, gibt er zu. Lotter hatte im Juli Sicherheitsbedenken geltend gemacht, weil Passanten auf der baulich kaum vom Platz zu unterscheidenden Zufahrt unterwegs sind, dort aber auch Radler und Zulieferverkehr verkehren.

Doch der wahre Grund dürfte für Lotter gewesen sein, der Stadt die erneute Genehmigung der Kunsteislauffläche „Winterland“ samt Budendorf heimzuzahlen. Gegen die Genehmigung für 2011/2012 hat Lotter wie berichtet beim Verwaltungsgericht geklagt. Eine Entscheidung steht noch aus. Lotter beruft sich auf die unklaren Grundstücksverhältnisse auf dem Platz und darauf, dass es beim „Winterland“ faktisch um einen Gastronomiebetrieb gehe. „Aber Bierbuden haben auf dem Platz nichts zu suchen.“ Er wünscht sich eine Aufwertung des Platzes, etwa durch einen Brunnen. Die könnte sich auch Baureferent Merkle vorstellen. „Ob man das durch einen Wettbewerb oder anders löst, wird sich zeigen.“ Er geht davon aus, dass man mit Lotter eine Einigung erzielen kann. Inzwischen sei das Gesprächsklima besser.

„Offener Diskussionsprozess“

Hand in Hand mit einer baulichen Veränderung müssten auch Nutzungsrichtlinien für den Platz erlassen werden. Der Willy-Brandt-Platz ist einer der wenigen Plätze in Augsburg, für den es keine Einschränkungen gibt. „Das Thema kommt in den Stadtrat“, kündigt Ordnungsreferent Volker Ullrich an. Nach anfänglich großer Zustimmung zu „Winterland“ scheint nach den Querelen bei einigen Stadträten die Begeisterung für die Eislauffläche abgekühlt, wenngleich sich an der rechtlichen Lage wenig geändert hat. Fraglich wird bei der Formulierung von Nutzungsrichtlinien sein, ob auf dem Platz künftig noch Platz für Veranstaltungen wie „Winterland“ sein wird. Festlegen lassen will sich Ullrich noch nicht. „Das wird ein offener Diskussionsprozess werden“, kündigt er an.

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