Dienstag, 18. Juni 2013

03. Juli 2011 14:43 Uhr

Augsburg

Absperrung bei City-Galerie: Gutes Recht oder Wild-West-Methoden?

Es geht um nur 30 Meter Fußweg, oder geht es doch um viel mehr? Ein Eigentümer sperrte den Zugang zur City Galerie, der auf seinem Grundstück verläuft. Unsere Leser diskutieren.

Fußgänger und Radler müssen seit Samstag auf dem Willy-Brandt-Platz einen anderen Weg zur City-Galerie nehmen. Der Hauseigentümer machte sein Recht geltend und sperrte den Zugang. Methoden wie im wilden Westen? Oder ist die Aktion des Immobillienbesitzers Anton Lotter sein gutes Recht? Unsere Leser bewegt das Thema. Sie diskutieren in unserem Forum.

Einige Forumsmitglieder von AZ-Online  verstehen den Hauseigentümer Lotter und seine Mieter:

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"Einerseits verständlich", so der Kommentar von Nutzer meihan100. Der Hauseigentümer sei für die Sicherheit auf seinem Grundstück verantwortlich und habe das alleinige Recht zu entscheiden wer es betreten darf und wer nicht.

Der Leser Jerose versteht die Aufregung nicht. Er würde es Lotter gleich tun. "Wenn die Leute meinen offenen Garten als Abkürzung benutzen würden, würde ich vermutlich auch einen Zaun aufstellen." Sein Ratschlag: "Entspannt bleiben."

"In meinen Augen ist das ein Schildbürgerstreich", meint Jazzman ein anderer User.

"Hut ab Herr Lotter, man muss auch mal Paroli bieten und die Augsburger Caesaren von ihrem hohen Ross werfen !" unterstützt der Leser Jakkal das Vorgehen des Hausbesitzers. Schon länger ist Lotter im Clinch mit der Stadt. Als die Eislaufanlage "Winterland" auf dem Willy-Brandt-Platz aufgebaut wurde, beschwerte sich der Eigentümer.

"Kindergarten" mit Gefahren

Andere jedoch verstehen die Aktion nicht: "Ja ist doch prima!", so die AZ-Online-Nutzerin Liss. "Fehlt nur noch das er unerwünschte Leute mit Waffengewalt vom Grundstück verjagt. Kindergarten sage ich nur."

Der User adenauer420se hat kein Verständnis für die Mieter in Lotters Gebäude. "Wenn ich mir eine Wohnung in der Maxstraße miete, kann ich mich auch nicht hinterher beschweren, dass es zu laut ist."

Nicht als Streich, sondern als Gefahr sehen einige Leser den Zaun auf dem Willy-Brandt-Platz:

"Ich warte auf den ersten Unfall, wenn die rot-weißen Bändchen abgefallen sind und ein Radfahrer nachts ins Stahlseil fährt, weil er gewohnt ist, dass da kein Seil ist. Wer dann wohl haftet?", schreibt User Pony_und_KLeid.

Und welche Lösung soll her?

"Feuerwehrmann Gribl wird das Problem lösen.", weist Leopold auf das diplomatische Geschick des Oberbürgermeisters Kurt Gribl hin. Er sieht für Gribl in dem Konflikt gar eine Chance sich zu profilieren: "Gribl kann sich wieder mal für die Lösung eines Problems feiern lassen, das seine Referenten bzw. seine Verwaltung unnötigerweise erzeugt haben." Darauf beruhe die "Erfolgsstory" des Oberbürgermeisters, kommentiert ein AZ-Online-User ironisch.

Um für die Zukunft vorzusorgen rät Petege: "Bei Grundstücken müssen Grunddienstbarkeiten wie Wegerechte im Grundbuch eingetragen werden, damit man sich sicher darauf verlassen kann, andernfalls kann der Eigentümer den Weg jederzeit dicht machten." AZ

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