Die moderne Treppe am historischen Fünffingerlesturm sorgt bis heute für tiefe Gräben und brachte sogar OB Kurt Gribl (CSU) in Not. Nicht warten will die SPD mit ihrem Plan für ein Gesamtkonzept zur Erhaltung und Nutzung der historischen Wallanlagen. Von Thomas Faulhaber Von Thomas Faulhaber
Von Thomas Faulhaber
Die moderne Treppe am historischen Fünffingerlesturm sorgt bis heute für tiefe Gräben und brachte sogar OB Kurt Gribl (CSU) in Not. Die Sache harrt gerichtlicher Entscheidungen. Nicht warten will dagegen die SPD mit ihrem Plan für ein Gesamtkonzept zur Erhaltung und Nutzung der historischen Wallanlagen.Von "verheerenden Schäden" an der Substanz war die Rede. Gestern segnete der Bauausschuss das Konzept ab.
Um 1860 wurde unter königlicher Herrschaft begonnen, große Abschnitte und Mauerwerk der Wehranlagen zu schleifen. Die Stadt brauchte Platz für die aufkommende Industrialisierung.
Laut Bauverwaltung sind an der Ost- und Nordseite der Altstadt, des Lechviertels und der Jakobervorstadt noch Teile der Wehranlagen vorhanden. Während einige prägnante Stellen wie Rotes Tor und Lueginsland im Bewusstsein der Augsburger sind, würden die anderen Teile kaum wahrgenommen, so Fraktionschef Stefan Kiefer.
In einem ersten Schritt soll nun zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme samt Schadensauflistung erfolgen. In einem zweiten Schritt sollen dann Strategien und Nutzungskonzepte erarbeitet werden. Es gehe um eine entsprechende Präsentation und Öffnung für Touristen und Einheimische. Als idealer Ausgangspunkt wären das Rote Tor und die zukünftig sanierten Wassertürme geeignet.
Kiefer schlägt eine enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege vor, will aber auch Hochschulen, Schulen und Alt-Augsburg-Gesellschaft einbeziehen. "Eine breite Basis ist wichtig." Im Zug der Neuordnung sollen auch die zum Teil sehr unterschiedlichen Zuständigkeiten in der Verwaltung neu geordnet werden. Wie Baureferent Gerd Merkle mitteilt, hoffe man auf Zuschüsse. Von den Gesamtkosten von 150 000 Euro stünden bisher 100 000 im Haushalt zur Verfügung.
Weitere Themen im Ausschuss:
Willy-Brandt-Platz Der Ausschuss stimmte offiziell einer Umwidmung zu, wonach Radfahrer den Platz benutzen dürfen. Das wird bereits seit einiger Zeit so gehandhabt.
Bahnhof Wie OB Gribl aus Gesprächen mit der Bahn mitteilt, werden im Bahnhofsgebäude gastronomische Flächen zugunsten von Wartemöglichkeiten verkleinert.
Jugendhaus Kosmos "Im höchsten Maße überrascht" war Baureferent Gerd Merkle, als er erfuhr, dass der Neubau des Kosmos-Jugendzentrums im Univiertel statt 1,7 Millionen Euro das Doppelte kosten soll. Wie auch der Jugendhilfeausschuss (AZ berichtete) fordert der Bauausschuss eine Überprüfung der Zahlen. Grundsätzlich halte man an den Plänen fest.
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