Freitag, 22. September 2017

27. Juli 2016 18:55 Uhr

Augsburg

Am Wertachbrucker Tor lebt die Vergangenheit auf - aber ohne Schützen

Das Fest an der Stadtmauer hat sich verändert. Wegen der aktuellen Anschläge in Bayern gelten diesmal auch hier verschärfte Auflagen und die treffen die Schützen. Von Benedikt Wiedemann

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Das Wertachbrucker Thorfest beginnt am Freitag.

Rein ins Wams und die Kuhmaulschuhe: Ab Freitag lassen Bürger alte Zeiten wieder aufleben. Bis Montag, 8. August, wird auf dem Stadtmauerfest rund ums Wertachbrucker Tor historisch, aber auch multikulturell gefeiert. Von den aktuellen Ereignissen bleibt das Fest jedoch nicht unberührt. Denn anders als geplant, werden die Böllerschützen auf dem Stadtmauerfest nicht schießen dürfen – aus Sicherheitsgründen.

Mehr Sicherheitspersonal und umfassende Taschenkontrollen

Werner Zimmermann, erster Vorsitzender des veranstaltenden Stadtmauervereins, findet das schade: „Seit der 2000-Jahr-Feier 1985 ist es in Augsburg normal gewesen, dass auf Festen geschossen wird.“ Nach den jüngsten Attentaten in Bayern und Frankreich habe das Ordnungsamt nach Rücksprache mit der Polizei jedoch verschärfte Auflagen erteilt.

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Dazu gehört auch, dass die Zufahrtsstraßen zum eingezäunten Gelände nach den Erkenntnissen des Attentats in Nizza verengt werden. Die Taschen der Besucher werden am Eingang umfassend statt lediglich stichprobenartig kontrolliert. Zudem wird mehr Sicherheitspersonal auf dem Gelände unterwegs sein, um bestimmte Gefahrenpunkte besser abdecken zu können. Getränke mit auf das Festgelände zu bringen, ist generell verboten. Gerade bei Kindern solle die jeweilige Situation aber „mit Augenmaß beurteilt werden“, sagt Thorsten Frank, Schatzmeister des Stadtmauervereins.

Die Veranstaltung selbst hat einen anderen Namen bekommen: Früher hieß sie Wertachbrucker Thorfest. Hintergrund des Wechsels ist der inzwischen beigelegte Streit zwischen zwei Vereinen: Die Interessengemeinschaft (IG) Historisches Augsburg, die das Wertachbrucker Thorfest früher veranstaltete, war sich immer wieder mit dem Stadtmauerverein in die Wolle geraten. 2014 endete die Auseinandersetzung für die IG fast mit dem Aus, weil sie nach Intervention eines Mitglieds des Stadtmauervereins keinen Eintritt fürs Fest verlangen durfte.

In langen Diskussionen einigten sich die beiden historischen Vereinigungen schließlich auf einen Kompromiss. Die IG ist seitdem ausschließlich für das Bürgerfest am Roten Tor verantwortlich, der Stadtmauerverein organisiert das bisherige Wertachbrucker Thorfest. Frank sagt: „Wir haben uns auch deswegen für einen neuen Namen entschieden, um zu zeigen, dass der Streit beigelegt ist und wir keine alten Wunden aufreißen wollen.“

Neu ist nicht nur der Name, auch das Konzept wurde erweitert. Neben der historischen Festzone soll es einen Ort für kulturelle Begegnungen und eine Ruhezone geben. Um dies zu realisieren, wird das Festgelände bis zum Verkehrsübungsplatz in der Nähe Curt-Frenzel-Stadions erweitert. Im historischen Bereich soll die geschichtliche Bedeutung der Stadtmauer aufgegriffen werden. Die Besucher treffen auf umherziehende Künstler, Bürger und Adlige. Zudem werden lebendiges Handwerk, Musik, Gesang und Tanz sowie Theateraufführungen und Führungen geboten.

Liegestühle und „Chill-Out-Area“

Im Bereich „Kulturelle Vielfalt“ erwartet die Besucher ein Programm mit Musik unterschiedlicher Stilrichtungen und kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt. Auf der Bühne treten internationale Künstler und Straßenkünstler auf. Am Abend will der Stadtmauerverein einen „multikulturellen Schmelztiegel“ bieten, in dem sich Künstler mit in Jamsessions zusammenfinden. In der „Chill-Out-Area“ wird mit Liegestühlen, Sonnenschirmen, kalten Getränken und lässiger Musik Raum für Entspannung geboten. Zudem sind dort ein Funpark und Infostände von Gruppen mit bürgerlichem Engagement aufgebaut.

Für das Programm sorgen über 500 Aktive, darunter 250 Musiker. Neben 52 Konzerten auf vier Bühnen finden 20 Lesungen und zwölf Theateraufführungen statt. Insgesamt biete das Fest damit mehr als doppelt so viele Darbietungen wie vor vier Jahren, so die Veranstalter. Frank hofft, dass , viele Einnahmen zur Sanierung der Stadtmauer zusammenkommen. Ein Euro pro Eintrittskarte fließt als Spende in den Erhalt. Bei der letzten Auflage im Jahr 2012 kamen 50.000 Euro zusammen.

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Augsburg | Frankreich | Nizza | Polizei

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