Für Evi Hannen, Herbert Egeler, Siegfried Zagler und Friedrich Seidler liegt der besondere Reiz des Fünffingerlesturm in seiner Schlichtheit. Die geplante moderne Außentreppe würde diese Idylle zerstören. Davon sind die vier Bewohner des Viertels zutiefst überzeugt. Deshalb haben sie ein Bürgerbegehren gestartet. Dieses hat ein klares Ziel: Die Außentreppe soll verhindert werden.

Für Evi Hannen, Herbert Egeler, Siegfried Zagler und Friedrich Seidler liegt der besondere Reiz des Fünfgratturms, besser bekannt als Fünffingerlesturm, gerade in seiner Schlichtheit. "Dieser Turm liegt in einem Dornröschenschlaf", sagt Zagler. Die geplante moderne Außentreppe als Zugang zum Wahrzeichen in der Jakobervorstadt würde diese Idylle zerstören. Davon sind die vier Bewohner des Viertels zutiefst überzeugt. Deshalb haben sie ein Bürgerbegehren gestartet. Dieses hat ein klares Ziel: Die Außentreppe soll verhindert werden.
Vor den Medien präsentierten die Initiatoren gestern ihre Position. Auch die Fragestellung des Bürgerbegehrens (siehe eigener Text) wurde vorgestellt. Um es gleich zu sagen: Im Vergleich zur komplizierten Frage im Bürgerentscheid zum Königsplatz ist die Frage beim Bürgerbegehren zum Fünffingerlesturm für jeden verständlich.
Alt-Augsburg-Gesellschaft will museale Nutzung
Für die Initiatoren ist es aber unverständlich, warum jetzt am Fünffingerlesturm so viel verändert werden müsse. Wie berichtet, möchte die Alt-Augsburg-Gesellschaft den Turm museal nutzen. Als Zugang ist eine Außentreppe vorgesehen. Die Politik steht hinter diesen Plänen, die Stadtsparkasse Augsburg bezuschusst das Projekt mit viel Geld. 120 000 Euro sind es. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 200 000 Euro. Als kleines Museum soll der Turm später genutzt werden, sagt Anne Voit, Vorsitzende der Alt-Augsburg-Gesellschaft.
Für die Initiatoren des Bürgerbegehrens ist dieses museale Konzept nicht umsetzbar, sagt Egeler, "weil dazu auch gar nicht der Platz im Turm vorhanden ist".
Unterstützung erhalten die Initiatoren von Pro Augsburg und deren OB-Kandidat Peter Grab. Er widersprach gestern der Kommentierung in unserer Zeitung: "Nicht das Bürgerbegehren ist übertrieben, sondern die Treppe." Pro Augsburg gehe es darum, dass sich die Bürger Gehör verschaffen können: "Denn vor dem Engagement von Pro Augsburg wurde ihnen nicht die gebührende Beachtung geschenkt." Das habe auch gar nichts mit Getöse von Seiten von Pro Augsburg zu tun.
Auch wenn gestern der Startschuss für das Bürgerbegehren gegeben wurde, hieß es, "dass wir das Bürgerbegehren nicht wollten". Doch weder Stadt noch Alt-Augsburg-Gesellschaft hätten bislang Gesprächsbereitschaft gezeigt, behaupteten Evi Hannen und Herbert Egeler, die beiden Hauptvertreter des Begehrens. Betont wurde, dass die Alt-Augsburg-Gesellschaft bislang sehr gute Arbeit geleistet habe. Doch beim Fünffingerlesturm "seien die Verantwortlichen übers Ziel hinausgeschossen".
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