Freitag, 24. Mai 2013

15. März 2011 11:59 Uhr

Katastrophenschutz

Atomunfall: Stadt schaltet Bürgertelefon

Die Stadt Augsburg hat nach atomaren Zwischenfällen in Japan ein Bürgertelefon eingerichtet. Zudem werden die Notfallpläne für einen Unfall im Atomkraftwerk Gundremmingen geprüft.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen. Bild: Bernhard Weizenegger
Foto: Bernhard Weizenegger

Nach den massiven Zwischenfällen in mehreren japanischen Atomkraftwerken als Folge der Erdbeben hat die Stadt Augsburg ein Bürgertelefon eingerichtet. „Nach heutigem Stand wird Deutschland nicht betroffen sein, aber die Menschen machen sich Sorgen“, so Umweltreferent Rainer Schaal (CSU). Täglich von 10 bis 14 Uhr sind Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unter der Telefonnummer 0821/323-2027 erreichbar. Auch das Landesamt für Umwelt in Augsburg gibt Auskünfte unter 0821/90715005 (8 bis 20 Uhr).

Gestern Nachmittag trafen sich unter Schaals Federführung sämtliche Ämter, die im Fall eines Atomunfalls betroffen wären. „Wir wollen reflektieren, wie unser Stand ist“, so Schaal. Zum einen müsse besprochen werden, was bei einem weit entfernten Atomunfall wie in Tschernobyl zu tun sei. Im April jährt sich die Katastrophe zum 25. Mal. Damals wurden etwa alle Spielplätze vorübergehend gesperrt.

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Zum anderen wolle man Krisenszenarien durchspielen für den Fall, dass im 40 Kilometer entfernten Atomkraftwerk Gundremmingen etwas passiert. „Es existieren Notfallpläne, aber die sollte man angesichts der schrecklichen Geschehnisse in Japan noch mal durchgehen“, so Schaal. Immerhin verfügt die Stadt seit einigen Jahren wieder über ein Sirenensystem.

Sollte in Gundremmingen Strahlung austreten, läge das Katastrophenmanagement bei der Regierung von Schwaben und dem Innenministerium. Der unmittelbare Katastrophenplan erstreckt sich in einem 25-Kilometer-Radius um Gundremmingen. Im Landkreis Augsburg verläuft die Grenze auf der Linie Dinkelscherben/Horgau/Adelsried. Detaillierte Evakuierungspläne liegen für die Bevölkerung in einem Zehn-Kilometer-Umkreis in der Schublade. Abhängig von der Windrichtung wäre die Lechfeld-Kaserne ein Aufnahmeort. Augsburg liegt in der 100-Kilometer-Fernzone. Diese wurde vor einigen Jahren in die Pläne aufgenommen. Dort soll abhängig von der Belastung reagiert werden. Unter anderem müssen Jodtabletten für Kinder und Jugendliche sowie Schwangere bereitgehalten werden. Eine kurzfristige Evakuierung der Stadt dürfte kaum möglich sein, weil bei einer Panik der Verkehr zusammenbrechen würde. »Seiten 39 und 1 bis 6

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