Zehn Projekte von Augsburger Schulen beteiligen sich am Regionalentscheid. Neue Rekordzahl von Tüftlern und Denkern


Pflanzen die nicht austrocknen, Werkzeuge für Behinderte oder Energiegewinnung aus Regenwasser: Viele Ideen reichte der Nachwuchs bei „Jugend forscht“ ein. Heuer haben sich 128 Denker und Tüftler für den Regionalwettbewerb angemeldet. Das ist ein neuer Teilnehmerrekord. Wir stellen die Augsburger Projekte vor.
JedesHandy und jede Digitalkamera hat ein eigenes Ladegerät. Dieses Problems haben sich Albert Stark (Mering) vom Maria-Theresia-Gymnasium und Kilian Bader aus Klinga angenommen. Sie haben eine Ladestation gebaut, die per Induktion funktioniert und damit alle Kabel überflüssig macht.
Damit Menschen mit Behinderung handwerklich arbeiten können, haben Martin Weinhardt (Adelsried) und Christoph Engelhardt (Schwabmünchen) vom MAN-Ausbildungszentrum eine Gehrungssäge umgebaut. Sie lässt sich mit Tastern bedienen - oder sogar nur durch das Bewegen der Augen. Im Fritz-Felsenstein-Haus Königsbrunn ist sie bereits im Einsatz.
Wie leben Organismen in einem Weiher zusammen? Diese Frage hat sich Katharina Ebert (Augsburg) vom Maria-Ward-Gymnasium gestellt. Ein Jahr entnahm sie an verschiedenen Stellen des Teichs Proben und entdeckte, wie sich die Tiere und Pflanzen in einem Lebensraum schaden und nützen.
Wie lässt sie die Arbeitsweise von Enzymen erklären? Darüber haben sich Sebastian Schüler (Augsburg), Anja Martin (Königsbrunn) und Benjamin Möckl (Augsburg) vom Maria-Theresia-Gymnasium Gedanken gemacht. Sie bauten mit einfachen Materialien wie Filz und Holz Modelle von Enzymen mit den Organen, in denen sie wirken. Dazu entwickelten sie ein Anleitungsheft und versuchten sich als Lehrer in Unterstufenklassen.
Die Black Box hilft bei der Rekonstruktion von Unfällen, ist aber teuer. Tobias Thummerer (Affing) vom Maria-Theresia-Gymnasium hat die Lösung: Black-Box-Software fürs iPhone. Das bringt alle notwendigen Voraussetzungen mit - nur die Software fehlte bislang noch.
Die Welt giert nach Energie, gleichzeitig werden fossile Brennstoffe knapp. Warum nicht Regenwasser nutzen, dachte sich Michael Eberle (Augsburg) vom Gymnasium St. Anna. Energie des aus einer Dachrinne herausschießenden Regenwassers wird mit einem Kleinkraftwerk zu Strom gemacht. Dafür hat er ein Schaufelrad gebaut, auf das Wasser fällt. Es treibt einen Motor an.
Ein Arbeiter sollte Werkzeug finden, ohne suchen müssen. Dafür gibt es bei MAN Werkzeugmatten aus Schaumstoff, die mit Hand zugeschnitten werden. Johannes Leopold (Zusmarshausen), Michael Gaugenrieder (Diedorf) und Martin Hauser (Dinkelscherben) vom MAN-Ausbildungszentrum entwickeln eine Maschine dafür. Außerdem forschen sie an einer umweltschonenden und schnelleren Produktionsmethode für Platinen.
Michael Mayr und Zoran Kovacevic (beide Augsburg) vom Maria-Thersia-Gymnasium erzeugen mit Trockeneis Strom. Ihre Überlegung war, dass Energie frei wird, wenn Trockeneis von der Festform in die Gasform übergeht. Die Schüler gaben Trockeneis in eine Flasche mit Wasser. Wenn es zu Gas wird, entsteht Druck. Mit einem Druckluftmotor, der per Schlauch an die Flasche angeschlossen wird, kann er in Strom umgewandelt werden.
Damit Pflanzen nicht austrocknen, haben Simon Strobl (Inchenhofen) und Leon Hammer (Augsburg) vom Gymnasium bei St. Stephan eine Bewässerungsanlage entwickelt. Je nachdem wie feucht Blumenerde ist, hat sie einen anderen elektrischen Widerstand. Ist er zu hoch, geht ein Signal an einen Chip, der es an die Wasserpumpe sendet. Die gibt so viel Wasser ab, dass der Widerstand wieder stimmt.
Eigenschaften unterschiedlicher Elektromotoren in einem Gerät zu vereinen, haben Michael Stark (Mering) vom Maria-Theresia-Gymnasium und Jakob Bader (Klinga) von der Uni Leipzig geschafft. Sie ändern die Windungszahl, das heißt die Spannung bleibt, während sich Drehmoment, Drehzahl und Stromverbrauch verändern. Damit könnten z. B. Elektroautos sparsamer werden. Der Motor schaltet selbstständig zwischen Gängen.
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