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24. Juni 2010 05:16 Uhr

Auf einem Streetworker ruhen alle Hoffnungen

Haunstetten Eine Messerstecherei, ein Handtaschenraub, Sachbeschädigung durch Graffiti - das sind die Straftaten, die in den vergangenen Monaten in Haunstetten begangen wurden. "Zwar leben die Menschen in einem ruhigen Stadtteil, doch auch hier gibt es Kriminalität und Gewalt", so Hieronymus Schneider, Leiter der Polizeiinspektion Augsburg Süd. Dass es oft jugendliche Täter sind, die gegen die Gesetze verstoßen, erschreckt die Bürger. Von Ramona Langner

An der Versammlung des Arbeitskreises für Kinder und Jugendliche im Mehrgenerationentreff nahmen zahlreiche Gäste teil, darunter Stadträte, Schuldirektoren und Lehrer, um über die momentane Situation in Haunstetten zu sprechen.

Besonders eine Jugendgruppe liegt den Bürgern schwer im Magen. Stadträtin Christa Stephan: "Der Spielplatz am Oberen Feldweg wird von Jugendlichen belagert, die Fußgänger anpöbeln und den Platz mit Müll und Glasscherben verschmutzen." Dass es so nicht weitergehen kann, wissen auch die Mitglieder des Arbeitskreises und sind deshalb der Meinung, dass für Haunstetten ein Streetworker von Vorteil wäre. Martin Malaczek vom Mehrgenerationentreff ist überzeugt: "Wir brauchen eine Bezugsperson für die Jugendlichen." Um für die Zukunft einen geeigneten Ansprechpartner zu finden, wolle er einen Aushang in der Universität anbringen.

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Dem Stadtteil geht es zu gut

Lehrer und Direktoren sind der Meinung, dass auch die Schulsozialarbeit möglichst früh beginnen solle. Laut Lehrerschaft der Eichendorff- sowie der Albert-Einstein-Schule wäre ein Sozialarbeiter bereits für die Grundschüler von Vorteil, da man Problemkinder schon recht früh erkennen könne. Stadtrat Josef Hummel weiß aber: "Die Stadt Augsburg ist der Meinung, Haun-stetten geht es zu gut und ein Sozialarbeiter für Kinder wäre im Stadtteil nicht nötig." Damit Schüler dennoch für Themen wie Gewalt sensibilisiert werden, stellte Schneider das Projekt "Prävention im Team" vor (siehe Infokasten), das in diesem Jahr wieder an Schulen in der Umgebung durchgeführt werden soll.

Um die Jugend von der Straße wegzubekommen, hat der Mehrgenerationentreff nun einen frei zugänglichen Bücherschrank im Foyer des Mehrgenerationenhauses eingerichtet, der sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut und auf den das Team besonders stolz ist. In alten Klassikern und Jugendbüchern könnten die Besucher jederzeit schmökern und sich mit Lesen sinnvoll die Zeit vertreiben, so Ilka Puskas, Koordinatorin des Mehrgenerationentreffs.

Im August soll ein Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche stattfinden. In Zukunft ist eine kostenlose Lernbetreuung für Grund-, Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten angedacht. Malaczek ist außerdem der Meinung, dass auch Vereine den Schülern künftig wieder nähergebracht werden sollten.

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