In der Diskussion um das abc-Festival zu Ehren Brechts hat Schriftsteller Albert Ostermaier ein Gespräch mit Augsburgs Kulturreferent Peter Grab abgelehnt. Grab jedoch sieht ein Missverständnis. Von Angela Bachmeier


In einem offenen Brief hat der Schriftsteller Albert Ostermaier am Mittwoch die Einladung von Kulturreferent Peter Grab zum Gespräch abgelehnt. Er sehe keine Erfolgsaussichten, nachdem Grab im Ausschuss sein eigenes Konzept der Brechtpflege vorgestellt und die Mehrheit das akzeptiert hat.
Kunstminister Thomas Goppel, der im Konflikt zwischen Grab und Ostermaier vermittelte, kann die Absage nachvollziehen. Es sei vereinbart gewesen, dass ein Gespräch vor dem Kulturausschuss-Termin stattfinden soll. "Wenn man Ostermaier einbinden will, kann man nicht ohne ihn Beschlüsse fassen", so Goppel. Das abc-Festival sei ein großer Gewinn gewesen, Ostermaiers Unbekümmertheit habe Brecht und Augsburg gut getan.
Nach der "eindeutigen Willensbekundung im Ausschuss, der die neue kulturpolitische Linie mehrheitlich stützt", sei eine "gerne auch kritische Auseinandersetzung" mit dem abc-Festival-Konzept "ad absurdum" geführt, schreibt Ostermaier in seinem Brief, in dem er den Bürgern für "Vertrauen, Offenheit und Neugierde" dankt. Er wolle die Stadt nicht länger durch Verhandlungen blockieren. "Ich habe mich immer als Ermöglicher verstanden und will jetzt nicht als Verzögerer verstanden werden."
Grab sagte auf Anfrage, offenbar sei die Bedeutung seiner Ergänzung zur Beschlussvorlage im Kulturausschuss nicht richtig erkannt worden. Der Auftrag an die Verwaltung, eine Zusammenarbeit mit Ostermaier zu prüfen, habe auf Offenheit gezielt. "Ich werde versuchen, das Missverständnis aufzuklären." OB Kurt Gribl äußerte sich nicht.
Die Stadtratsfraktion der Grünen kritisiert, Grab wolle "mit immer mehr Geld und immer weniger Konzepten beliebige und austauschbare Massenveranstaltungen" durchführen. "Die Wirkung nach außen ist bereits jetzt verheerend", so die Grünen.
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