Dienstag, 21. Mai 2013

19. Oktober 2010 12:06 Uhr

Ermittlungen

Augsburg: Bombendrohung am Klinikum wirft Rätsel auf

Die Bombendrohung am Klinikum Augsburg wirft weiter Rätsel auf - die Polizei legt den Fall dennoch zu den Akten.

30 Beschäftigte des Klinikums gaben freiwillig eine Speichelprobe für einen DNA-Vergleich ab. Archivfoto: Marcus Merk

Die Bombendrohung am Klinkum Augsburg wirft noch immer Rätsel auf - die Polizei legt den Fall dennoch zu den Akten. Indes geben 30 Mitarbeiter eine Speichelprobe ab.

Bis auf Weiteres aufgegeben haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Suche nach dem Unbekannten, der im Sommer eine Bombendrohung an Klinikumsvorstand Alexander Schmidtke geschickt hat. "Umfangreiche Ermittlungen haben zu keinem konkreten Täter geführt," so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

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Deshalb landet der Fall nun bei den Akten. Diese werden erst wieder geöffnet, wenn es neue Hinweise geben sollte. Derzeit aber sind die Ermittler mit ihrem Latein ziemlich am Ende: "Wir haben im Moment keine Erfolg versprechenden Ermittlungsansätze," heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Mit großem Aufwand hatte sich die Polizei Mitte Juni auf die Jagd nach dem unbekannten Verfasser des Drohbriefes begeben. Im Visier hatten die Fahnder die Belegschaft, doch die Ermittlungen unter den über 5000 Beschäftigten glichen offenbar der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen.

Recherchen im EDV-System des Klinikums

Über 30 Beschäftigte des Klinikums gaben freiwillig eine Speichelprobe für einen DNA-Vergleich ab, darunter auch einige Chefärzte. Diese Spur war aber offenbar ebenso wenig ergiebig wie Recherchen im EDV-System des Großkrankenhauses, heißt es. Anhaltspunkte lieferte den Ermittlern nur der Drohbrief, der dem Klinikumschef auf den Tisch geflattert war, und dem eine DNA-Spur anhaftete. Darin drohte ein unbekannter Verfasser, er werde eine Bombe hochgehen lassen.

Ob damit tatsächlich ein Sprengkörper gemeint war oder lediglich brisante Informationen über das Innenleben des Großkrankenhauses, blieb offen. Die Polizei ging jedenfalls rasch davon aus, dass keine Bombe im Klinikum versteckt liegt und keine konkrete Gefahr für Patienten und Mitarbeiter besteht. Schreiber hat Insider-Wissen Der Inhalt des Briefs, in dem die Entlassung einzelner Mitarbeiter gefordert worden war, lässt offenbar auf einen Verfasser mit Insider-Wissen über das Klinikum schließen. Doch ob dem tatsächlich so war, bleibt nach derzeitigem Sachstand ungeklärt. Von Christoph Frey

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