Wegen der Tariferhöhung im öffentlichen Dienst muss die Stadt Augsburg 624.000 Euro mehr aufwenden, als im Haushalt 2012 kalkuliert ist. Von Michael Hörmann
Mit zwei Prozent Tariferhöhung hat Kämmerer Hermann Weber gerechnet. Jetzt sind es 3,5 Prozent mehr Geld, die die städtischen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst rückwirkend zum 1. März für das Jahr 2012 erhalten. Die Rechnung des Kämmerers für den Haushalt 2012 kann somit nicht aufgehen: Es fehlen gegenwärtig 624 000 Euro, die an zusätzlichen Personalkosten anfallen.
Nicht berücksichtigt in diesem Betrag ist die mögliche Tariferhöhung bei den Beamten, da hier noch keine Entscheidung unter den Tarifpartnern gefallen ist. Weber geht davon aus, dass der Vertragsabschluss für Beamte wohl nicht 1:1 übernommen werde.
6200 Beschäftigte hat die Stadt, der Großteil (4200) gehört zum öffentlichen Dienst, hinzu kommen 1400 Beamte und 600 Mitarbeiter, die in anderen Tarif- und Vertragsverhältnissen stehen.
Die Stadt hatte bei den Personalausgaben für die Angestellten mit einer Mehrbelastung von zunächst 1,3 Millionen Euro gerechnet. In der Summe sind es nunmehr fast zwei Millionen Euro, die der Tarifabschluss für das Jahr 2012 bedingt.
Auf welche Weise die zunächst bekannt gewordenen 624 000 Euro finanziert werden, ist eine Frage für den dann zweiten Nachtragshaushalt 2012. Zur Erinnerung: Erst in der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag war der erste Nachtragshaushalt 2012 mehrheitlich verabschiedet worden. Anlass für diesen nachgebesserten Haushalt war eine 13,5-Millionen-Lücke im städtischen Zahlenwerk, die durch eine gestiegene Bezirksumlage und geringer ausgefallene Schlüsselzuweisungen entstanden war.
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