Wetter
Fr.
-9°C
Wetter
Sa.
-8°C

16. Dezember 2009 19:50 Uhr

Zentralklinikum

Augsburg: Falschparker blockieren Notaufnahme

Eine Patientin musste nach einem Unfall künstlich beatmet werden. Doch Falschparker blockierten die Notaufnahme am Augsburger Klinikum. Kein Einzelfall. Von Stefan Krog

Klinikum, die Zufahrt zur Notaufnahme ist immer wieder von Falschparkern zugeparkt
Foto: Silvio Wyszengrad

Die Patientin war nach einem schweren Unfall intubiert und musste künstlich beatmet werden. Doch bevor die Frau in die Notaufnahme des Klinikums kam, musste sie vom Team des Rettungswagens erst noch gut hundert Meter auf einer Trage durchs Freie gerollt werden. "Man bemüht sich bei so einem Patienten um Wärmeerhalt, und dann muss man ihn bei diesen Temperaturen erst noch durchs Freie schieben", empört sich ein Rettungsdienstler.

Dieser Vorfall, der sich kürzlich ereignete, ist kein Einzelfall. Denn in letzter Zeit werden Falschparker um die Einfahrt zur Klinikums-Notaufnahme herum zunehmend zum Problem - genauer gesagt seit der Einführung der Parkgebühren auf den Besucherparkplätzen im August 2008.

ANZEIGE

Weil sich Besucher, aber auch Beschäftigte des Klinikums die Kosten sparen wollen, parken sie vermehrt auf der etwa 150 Meter langen Zufahrtsstraße zur Notaufnahme - trotz eines beidseitigen Halteverbots. Rettungswagenfahrer berichten von Rangiermanövern, die sie zu Stoßzeiten vollführen müssen. "Es gibt einen Punkt, an dem sich Wagen gegenseitig blockieren", schildert ein Helfer. Mitunter fahren Rettungswagen mit Martinshorn bis vor die Tür, um sich durch den verbotenen Parkplatzsuchverkehr ihren Weg zu bahnen - wenn selbst das nicht mehr möglich ist, wird die Trage geschoben.

"Es gibt ein Problem und wir führen Gespräche mit dem Klinikum", bestätigt Rot-Kreuz-Sprecher Manuel Holder auf Anfrage. Auch Raphael Doderer von den Johannitern sagt: "Für die Rettungswagen gibt es teils kein Durchkommen mehr." Alle Rettungsorganisationen haben sich mit dem Klinikum schon an einen runden Tisch gesetzt.

"So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben", sagt auch Krankenhaus-sprecher Volker Büchler. Zwar kam es laut Notaufnahme durch die Außen-Transporte bisher zu keiner gefährlichen Situation für einen Patienten, doch das Klinikum will nun handeln. Neben Taxifahrern, die ihre Passagiere immer häufiger am Hintereingang abliefern, weil dort der Fußweg nicht so weit ist, sind es auch Beschäftigte des Klinikums, die für die Verstopfung sorgen. "Das ist absolut nicht akzeptabel", so Büchler. Ein Großteil der Falschparker sind aber Besucher.

Sicherheitsdienst soll mehr kontrollieren

Das Klinikum hat sich mehrere Wege überlegt, wie man das Thema in den Griff bekommen kann. Neben einer besseren Kennzeichnung seien auch mehr Kontrollen nötig. Nachgedacht werde aber auch darüber, einen weiteren Kurzzeitparkplatz zu bauen.

Allerdings sollen Bürger weiterhin frei zur Notaufnahme fahren können, wenn sie jemanden schnell zu einem Arzt bringen müssen. "Wenn jemand einen Angehörigen schnell bringt und dann wegfährt oder umparkt, ist das in Ordnung. Aber viele Autos stehen einfach den ganzen Tag", so Büchler.

Das Unternehmen APCOA, das für die Bewirtschaftung des großen Klinikumsparkplatzes zuständig ist, ist für den Bereich um die Notaufnahme laut Klinikum übrigens nicht mehr verantwortlich. Diese Überwachung müsste der Sicherheitsdienst des Krankenhauses künftig verstärkt in die Hand nehmen, heißt es im Klinikum.

Artikel kommentieren

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Finden Sie Nachrichten aus Ihrem Ort
Pistenreport Saison 2011/12


Veranstaltungen vom 10.02.2012


Partnersuche