Dem Augsburger Flughafen ist das Geld ausgegangen, um sein Darlehen abzahlen zu können. Um eine Insolvenz abzuwenden, muss nun die Stadt einspringen. Die Gründe für die finanzielle Schieflage sind vielfältig. Von Thomas Faulhaber Von Thomas Faulhaber

Von Thomas Faulhaber
In massive finanzielle Turbulenzen ist der Augsburger Flughafen geraten. Ihm fehlt die Liquidität, also schlicht das nötige Geld, um seine Darlehen abzahlen zu können. Die Stadt muss deshalb sofort ihren Zuschuss deutlich erhöhen. Statt 1,2 Millionen werden 2009 1,42 Millionen Euro benötigt. OB Kurt Gribl sprach gestern von einem "großen Sorgenkind".
"Zur Abwendung insolvenzrechtlicher Folgen", so beginnt nüchtern der erste Satz der Beschlussvorlage, die gestern dem Wirtschaftsausschuss überraschend vorgelegt wurde. Wie Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann erklärte, sei die Flughafengesellschaft derzeit nicht in der Lage, ihre Darlehen zu tilgen. Am Donnerstag muss der Stadtrat nun entscheiden und dann die Gelder freigeben.
Mehrere Gründe hätten, so Bubmann, dazu geführt, dass der Airport in wirtschaftliche Schieflage geraten sei. So sei die Förderung des elf Millionen teuren Ausbaus nicht in der Höhe wie erhofft ausgefallen. Statt 8,8 gab es vom Staat 7,7 Millionen. Zusätzlich war ein Investitionsbedarf von über 600 000 Euro für diverse Maßnahmen (Peiler für Tower, Heizung) nötig. Zudem sind, wie bereits berichtet, die zwei neuen Hangars nur schlecht vermietet worden. Die hohen Energiepreise verringern die Flugzahlen, damit sinken die Einnahmen. Auch sei der Flughafen in Oberpfaffenhofen eine Konkurrenz.
Außerdem wurden intern Fehler gemacht. Im Wirtschaftsplan sei schlicht ein Tilgungsbetrag von 150 000 Euro vergessen worden. In der Summe kam jetzt ein Betrag von über 1,4 Millionen Euro raus, für den die Stadt 2009 gerade stehen muss. 2010 sind es 1,3 Millionen.
Das neue Geschäftsmodell des Flughafens als reiner Airport für Geschäftsflieger war noch unter der alten Stadtregierung mit Zustimmung der CSU entwickelt worden.
Grundsätzlich wollte deshalb gestern auch niemand richtig den Flughafen zur Disposition stellen. Er sei ein wichtiger Standortfaktor, so Bubmann. Allerdings gab es kritische Anmerkungen, etwa von CSU-Mann Erwin Gerblinger ("Ist ein Weiterbetrieb bei so einem Zuschuss sinnvoll?"). Aus dem Gremium gab es schon Vorschläge zur anderweitigen Nutzung der Hangars. Flughafen-Chef Peter Bayer hatte noch vor wenigen Tagen im AZ-Interview erklärt, es gebe keine ernsthaften finanziellen Probleme. In der Sitzung war er nicht anwesend, da er im Urlaub weilt.
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