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17. Januar 2011 20:35 Uhr

Thema Wasser

Augsburg bewirbt sich um Welterbe-Titel

Der Weg zum Titel "Welterbe" ist lang. Augsburg hat gestern beschlossen, ihn zu gehen: Die Stadt will sich mit dem Thema "Wasser" um die begehrte Unesco-Auszeichnung bewerben.

Der Weg zum Titel "Welterbe" ist lang. Augsburg hat gestern beschlossen, ihn zu gehen: Die Stadt will sich mit dem Thema "Wasser" um die begehrte Unesco-Auszeichnung bewerben. Hintergrund: Derzeit werden neue Welterbe-Kandidaten für die Zeit nach 2018 gesucht. Jedes deutsche Bundesland ist aufgefordert, zwei Vorschläge einzureichen. Die Kultusministerkonferenz wird daraus eine gesamtdeutsche Liste erstellen und sie an die Unesco weiterleiten.

Koordiniert wird die Augsburger Bewerbung von Götz Beck, Geschäftsführer der Regio Augsburg Tourismus GmbH. "Wir gehen davon aus, dass 60 bis 70 Bewerbungen eingehen. Für Bayern werden dann zwei Vorschläge ausgesucht", sagt er. Interesse haben unter anderem Passau, Rothenburg und Nürnberg angemeldet.

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Das Thema Wasser bietet laut Beck Chancen auf Erfolg: Die klassischen Altstadt-Bewerbungen oder Vorschläge von Bauwerken sind bei der Unesco nicht gerne gesehen. Es gibt bereits zu viele davon. "Ein so umfassendes Thema wie die Wasserversorgung, die dadurch mögliche Ansiedlung von Handwerkern und Industrie ist dagegen eher selten", weiß der Regio-Chef.

Augsburg hat in diesem Bereich viel zu bieten: die Prachtbrunnen von de Vries, die frisch sanierten Wassertürme am Roten Tor, die Lechkanäle, die Bedeutung von Lech und Wertach ... "Experten haben uns versichert, dass es kaum eine Stadt in Europa gibt, in der man Industriekultur so kompakt erleben kann wie in Augsburg", so Beck.

Wie es weitergehen soll, berieten gestern Vertreter der Stadtratsfraktionen, des Denkmalschutzes, der Regio, aber auch der Fuggerei. Hintergrund: Die älteste Sozialsiedlung der Welt war vor gut zwei Jahren von einem Münchner Professor als mögliche Welterbe-Stätte ins Gespräch gebracht worden. Die Debatte verlief allerdings im Sand, als sich Fuggerei und Professor wegen markenrechtlicher Fragen in die Haare gerieten.

Älteste Sozialsiedlung: Zu wenig Originalsubstanz?

Die Fuggerei habe zudem kaum Chancen auf den Titel: "Eine Voraussetzung ist, dass ein Ensemble oder Gebäude zum Großteil im Original erhalten ist", zitiert Beck aus den Unesco-Richtlinien. Die Fuggerei aber wurde im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört und danach wieder aufgebaut.

Gestern einigte man sich mit dem Fugger'schen Stiftungsadministrator Wolf-Dietrich Graf von Hundt darauf, die Fuggerei eher für das europäische Welterbe vorzuschlagen - eine Kategorie, die es noch nicht gibt, die aber entstehen soll.

Ob es Augsburg über die bayernweite Ebene hinaus schafft, ist fraglich, sagt auch Kulturreferent Peter Grab: "Die Chance, alle Runden zu überstehen, ist gering, die Konkurrenz ist ja sehr groß. Aber wir wollen die Gelegenheit beim Schopf packen. Schließlich muss sich Augsburg mit seiner Geschichte nicht verstecken." Zudem könne alleine der Bewerbungsprozess Impulse bringen: Wasser wird auch in Zukunft ein Thema sein.

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