Augsburg will bei der Frauen-Fußball-WM im Jahr 2011 amBall bleiben. Der Stadtrat entschied sich trotz drohender Mehrkosten für die Bewerbung als Austragungsort. Neben dem neuen Stadion müssen vier Sportanlagen WM-tauglich sein.

Von Michael Hörmann, Augsburg
Augsburg will bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2011 am Ball bleiben. Im neuen Fußballstadion, das sich im Bau befindet und im Sommer 2009 fertiggestellt ist, sollen in drei Jahren WM-Spiele stattfinden.
Es bleibt bei der Bewerbung, auch wenn diese zu Millionenausgaben für die Stadt führt. Dies beschloss der Stadtrat am Mittwochabend mit großer Mehrheit. 52:4 Stimmen lautete das Ergebnis. Beide Stadträte der Links-Partei und zwei Grüne waren dagegen. Augsburg verspricht sich von der WM einen Imagegewinn und eine weltweite Vermarktungsmöglichkeit.
Die Sitzung des Stadtrates, die erst um 17 Uhr begonnen hatte, fand teils hinter verschlossenen Türen statt. In den Beratungen ging es um Inhalte des Gastgebervertrags, den die Stadt mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Weltfußballverband (FIFA) abschließt.
Die Stadt verpflichtet sich, die Anforderungen zu erfüllen. So müssen vier Sportanlagen bereitgestellt werden, die als WM-tauglich eingestuft werden. Wie es hieß, kostet die Stadt die Aufrüstung der Sportstätten (Sportanlage Nord, Sportanlage Süd, Sportanlage Haunstetten und Sportanlage Göggingen) bis zu einer Million Euro.
Freistaat soll bei den Ausgaben helfen
Die Stadträte betonten fraktionsübergreifend, dass die anstehenden Ausgaben nicht allein von der Stadt zu schultern seien. Auch der Freistaat Bayern solle die WM-Stadt Augsburg finanziell unterstützen, sollte die Bewerbung erfolgreich verlaufen.
Augsburg ist einziger Austragungsort in Bayern. Daher wird allgemein erwartet, dass an Augsburg bei der Wahl der Spielorte kein Weg vorbeiführt. Die Entscheidung fällt am 30. September. Oberbürgermeister Kurt Gribl und Sportreferent Peter Grab werden an diesem Tag in Berlin live dabei sein und die Stadt vertreten. "Ich gehe fest davon aus, dass wir am 30. September etwas zu feiern haben", sagte Griblam Mittwoch.
Der Werbewert der Frauen-WM sei für Augsburg nicht hoch genug einzuschätzen, hieß es in der Sitzung. Mit dieser Einschätzung stehen die Augsburger Stadträte nicht allein da. Berlin will ebenfalls bei der WM dabei sein. Das Eröffnungsspiel soll im Olympiastadion stattfinden. Zwei Millionen Euro lässt sich Berlin dies kosten. Diese Zahl nannte in dieser Woche Sportsenator Ehrhart Körting (SPD). Er sagte weiter: "Zu einer internationalen Metropole gehören große Events sowohl kultureller als auch sportlicher Art." Die Ausgaben seien eine Investition in die Außenwerbung der Hauptstadt.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: