Sonntag, 26. Juni 2016

16. Januar 2016 08:33 Uhr

Augsburg

Augsburg rechnet mit 6000 Asylbewerbern

Augsburg rechnet Ende des Jahres mit 6000 Asylbewerbern. Stadt und Regierung von Schwaben bereiten weitere Unterkünfte vor. Was sonst noch geplant ist.

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Flüchtlinge in einer Unterkunft in Lechhausen.
Foto: Anne Wall

Vor einem Jahr lebten rund 1000 Asylbewerber in Augsburg, jetzt sind es fast 3500, Ende des Jahres könnten es 6000 sein. Von dieser Zahl geht Sozialreferent Stefan Kiefer aus. Ein Großteil wird auf die Erstaufnahmeunterkünfte der Regierung von Schwaben entfallen, die ihre Kapazitäten auf 6000 Plätze schwabenweit ausbauen will, wie Regierungspräsident Karl-Michael Scheufele sagt. 2500 davon könnten in Augsburg sein. Sowohl Stadt und Regierung betonen, dass sie trotz der hohen Flüchtlingszahlen keine Probleme haben, weitere Unterkünfte zu finden – und dass sie keine Horrormieten bezahlen müssen.

Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, Asylbewerber aus teuren und ungeeigneten Pensionen in Häuser umzusiedeln. Dies sollen möglichst größere Objekte sein, keine Einfamilienhäuser, die in Augsburg ohnehin Mangelware sind. Die Standorte will Kiefer möglichst gleichmäßig verteilen, so hat er Objekte in Inningen, Firnhaberau und Hammerschmiede im Auge, wo bislang keine Flüchtlinge wohnen. Dann würde nur Bergheim fehlen, wo sich allerdings kein Objekt findet. Das Asylteam habe aber stadtweit mehrere hundert Plätze in der Hinterhand.

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Ausreichend Immobilienangebote

Auch die Regierung bekommt laut Scheufele ausreichend Angebote, vor allem in Gewerbegebieten. Größter Standort für Erstaufnahme in Augsburg soll die Berliner Allee mit bis zu 500 Plätzen werden. Bezugsfertig ist der Kobelweg, der voraussichtlich noch eine Dependance am Kurzen Geländ bekommt, wo momentan unter anderem ein Bordell ansässig ist. Weitere geplante Standorte sind die Gögginger Ohmstraße, die ehemalige Hermann-Schmid-Akademie an der Riedingerstraße sowie Steinerne Furt (Baywa) und Aindlinger Straße (Weltbild). An letzterem Standort soll das Ankunftszentrum Augsburg eingerichtet werden, wo die Registrierung durchgeführt wird. Untergebracht wird hier – außer im Notfall für eine Nacht – niemand.

Asylbewerber sollen künftig aus verwaltungstechnischen Gründen länger in der Erstaufnahme bleiben (momentan maximal zwei Wochen). Augsburg hat zwar hohe Kapazitäten, ist aber rechtlich eine Außenstelle der zentralen Erstaufnahme für Schwaben in Donauwörth. Die Bürger können sich daher nun auf Asylbewerber aus bestimmten Herkunftsländern einstellen. Schwaben ist augenblicklich für Pakistan, Eritrea, Afghanistan und Syrien zuständig (letzteres nicht allein).

Es geht um mehr als Unterkünfte

Da bei der Unterbringung mittlerweile Routine vorherrscht, möchte die Stadt laut Kiefer ihr Augenmerk verstärkt auf weitere Schritte legen: Sprache, Arbeiten, Wohnen, Wertevermittlung. Kiefer: „Bisher war das Problem, dass wir alle Hände voll zu tun hatten und parallel Strukturen aufbauen mussten.“ Nun aber laufen Programme an, darunter eines in Zusammenarbeit mit der Justiz: Ein Staatsanwalt wird neu Eingetroffenen eine Art Sozialkundekurs geben. Darin wird es laut Kiefer um Themen wie Demonstrationsrecht und Handyverträge ebenso gehen wie um Rechte von Frauen. „Die Frage muss sein: Was akzeptiert die deutsche Gesellschaft?“

Das Integrationsreferat versucht derweil, Ordnung in die Vielzahl der Deutsch- und Integrationskurse zu bringen, so dass möglichst viele Asylbewerber ein für sie geeignetes Seminar besuchen können. Außerdem fragt man bei Anbietern ab, ob und wie es gelingt, im Rahmen der Kurse Werte zu vermitteln. Das Büro für Migration baut parallel ein Netzwerk auf, in dem Migranten Asylbewerbern bei der Integration zur Seite stehen. „Die Stadt hat die Situation gut im Griff. Wir sind nicht überfordert“, betont Erben.

Mehr Übergangsklassen

Allerdings musste Bildungsreferent Hermann Köhler ein Notprogramm für Schulen fordern. Denn die Zahl der Übergangsklassen für Migranten steigt derart, dass die Verwaltung auf der Suche nach Standorten für Container sowie nach Gebäuden ist, in die Klassen ausgelagert werden können. Allein die Zahl der Ü-Berufsschulklassen soll verdoppelt werden.

Auch an Sozialpädagogen zur Betreuung unbegleiteter Minderjähriger fehlt es und Asylsozialarbeiter sind überlastet. Matthias Schopf-Emrich vom Diakonischen Werk sagt: „Wir werden viel Arbeit haben die nächsten Jahren.“ Damit meint er jedoch nicht nur professionelle und freiwillige Helfer, sondern die gesamte Gesellschaft.

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Ein Artikel von
Ute Krogull

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


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