Die Einführung einer Sperrzeit in Augsburg bleibt ein Thema, an dem die Geister sich scheiden. Dies zeigt sich bei einer nicht repräsentativen Abstimmung im Internet unserer Zeitung. Mehrere Hundert Stimmen wurden bis gestern Abend registriert, die Gegner der Sperrzeit liegen knapp vorne. Von Michael Hörmann
Sie stützen den politischen Kurs der CSU-geführten Stadtregierung, die sich gegen die Sperrzeit ausspricht. Beate Schabert-Zeidler, Fraktionschefin von Pro Augsburg, sagte gestern: "Das Konzept wird allen Interessengruppen gerecht. Es ist die ausgestreckte Hand, mit der die Stadt auf die Wirte zugeht. Sie müssen wissen, dass sich in der Maximilianstraße einiges ändern muss, um die berechtigten Interessen der Anwohner zu schützen. Werden die Zustände nicht besser, wird zwangsläufig eine Sperrzeit kommen, die wir eigentlich nicht wollen."
Was CSU und Pro Augsburg im 17-Punkte-Konzept (siehe Info-Kasten) vereinbart haben, stößt bei anderen Parteien auf Zustimmung. FDP-Kreisvorsitzende Miriam Gruß sagt: "Augsburg muss als weltoffene Großstadt wahrgenommen werden. Das Instrument einer Sperrzeitverlängerung wäre mehr als nur ein Rückschritt gewesen und hätte die Probleme in der Innenstadt nicht gelöst." Sebastian Weißkirchen, Vorsitzender der Jusos, sieht ein Umdenken bei OB Kurt Gribl (CSU), das nötig gewesen sei: "Der Druck der friedlich feiernden Maxstraßenbesucher hat geholfen. Endlich hat die Stadtregierung eingesehen, dass sie auf dem Holzweg ist."
Offen bekennt sich momentan kaum ein Politiker zur Einführung einer Sperrstunde. Lediglich Ordnungsreferent Walter Böhm (CSU) hatte immer betont, dass für ihn die Sperrzeit die geeignete Lösung ist, nächtliche Auswüchse in der Innenstadt einzudämmen. An der Wirksamkeit der jetzt von der Stadtregierung geplanten Maßnahmen gibt es aber auch in den Parteien weiterhin Zweifel, ist zu hören.
Im Forum unserer Zeitung wird das Thema "Sperrstunde" nicht erst seit der aktuellen Entwicklung heiß diskutiert. Partymacher Harald Winderl, der in der Augsburger Gastronomie-Szene seit Jahren aktiv ist, meint: "Ich finde es massiv peinlich, wie sich hier alle Beteiligten verhalten haben und es noch immer tun." Er sieht Stillstand seit fünf Jahren. Dass jetzt unter anderem mehr Abfalleimer aufgestellt werden sollen, bezeichnet er als "lächerlich". Weniger zum Lachen ist Anwohnern der Maxstraße zumute. Es steht nach wie vor die Ankündigung im Raum, dass der Lärm in der Prachtmeile zum Fall für die Gerichte werden könne. Anwohnerin Karin Wagner sagt: "Wenn ein Anwohner klagt, dann wird auch OB Gribl die Sperrzeitverlängerung nicht aufhalten können. Seit Jahrzehnten wird an der Maximilianstraße herumexperimentiert und es wird nichts erreicht. Das A und O ist die Sanierung. Damit lösten sich viele Probleme."
Es läuft auch ein Bürgerbegehren zur Sanierung der Maxstraße
Karin Wagner ist Unterstützerin des laufenden Bürgerbegehrens zur Sanierung der Maximilianstraße. Die Forderung lautet: "Soll der Stadtrat unverzüglich alle Beschlüsse fassen und Auftragsvergaben tätigen, damit die Sanierung der Maximilianstraße vom Moritzplatz bis einschließlich Milchberg bis Ende 2012 fertiggestellt ist, wobei diese Maßnahme die Sperrung der Hallstraße für den Durchgangsverkehr im Bereich des Holbein-Gymnasiums und den Betrieb einer regulären Straßenbahnlinie in der Maximilianstraße beinhalten muss?"
Bei uns im Internet
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