Die beiden Elefantenkühe Sabi und Franzi stehen schon in ihrem neuen Gehege. Sie sind gut in ihrer künftigen Bleibe, im Zoo in den Niederlanden angekommen, sagt die Augsburger Zoochefin Barbara Jantschke. Bereits am Mittwoch begann der Transfer, der bis Donnerstagabend dauerte. Die Tiere wurden in speziellen Containern per Lkw auf die Reise geschickt, begleitet von einem Pfleger aus den Niederlanden. „Erst jetzt spüre ich, dass hier etwas fehlt“, so Jantschke.
Von den Tieren Abschied genommen
Die letzten Wochen und Tage seien ganz der Frage gewidmet gewesen, was mit Sabi passiert, nachdem das Tier einen Tierpfleger angegriffen und dabei schwer verletzt hatte. Der 43-Jährige liegt nach wie vor im Krankenhaus, so Jantschke. Die anderen Pfleger des Zoos, die sich um die Elefanten kümmern, kamen am Mittwoch, um zu helfen und von den Tieren Abschied zu nehmen.
„Es war ein sehr großer Aufwand. Die Elefanten mussten rückwärts in den Container hinein, und das von allein“, sagt Jantschke. Für die Aktion habe sich der Zoo viel Zeit genommen. Ruhe sei wichtig gewesen, um den Stress des Umzugs nicht noch unnötig zu erhöhen. Die Tiere bekamen kurz vorher eine Beruhigungsspritze.
Besonders die Witterung habe Jantschke aber Sorge bereitet. „Etwas kältere Temperaturen halten Elefanten schon gut aus, aber der Fahrtwind ist ungünstig“, erklärt sie. Die Container konnten nur mit einer Plane abgedeckt werden – kein völliger Schutz. Die Reise, langsam und mit vielen Pausen, um Sabi und Franzi zu füttern und zu tränken, sei aber gut verlaufen.
Elefantenhaus wieder für Besucher offen
„Franzi hat in ihrem neuen Gehege zunächst viel geschlafen, Sabi ist wohl noch etwas ängstlich. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass die Elefantenkühe zu zweit sind, sich kennen“, erklärt Jantschke. Neue Elefanten, neuer Stall, neuer Pfleger – sich einzugewöhnen, brauche Zeit.
Der Zoo in den Niederlanden, in dem die beiden untergekommen sind, verfügt baulich über andere Sicherheitsvorkehrungen für die Pfleger. Wie es beim Thema Sicherheit in Augsburg nun weitergeht, kann Jantschke noch nicht sagen. Augsburg hat noch zwei Asiatische Elefantenkühe. „Wir lassen jetzt erst mal Ruhe einkehren, dann suchen wir weiter nach einer Lösung.“ Eines aber will sie schon ankündigen: „Das Elefantenhaus wird in den nächsten Tagen wieder für die Besucher geöffnet.“ (juni)