Dienstag, 27. September 2016

28. Oktober 2015 00:36 Uhr

Ausstellung

Augsburger Puppenkiste schnuppert Zirkusluft

Unter dem Motto "Manege frei" findet in der Augsburger Puppenkiste eine Sonderausstellung statt. Leiter Klaus Marschall hat eine ganz besondere Beziehung zum Zirkus.

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"Manege frei!" heißt es jetzt in der Augsburger Puppenkiste. Der Zirkus ist dort angekommen und bildet mit Menschen, Tieren, Sensationen die neue Sonderausstellung, die gestern Abend eröffnet wurde. Aufregend ist diese Welt, voller Abenteuer, Gefahren und Überraschungen.

Wer wagt es, über das Hochseil zu balancieren, während unten das Publikum den Atem anhält? Frau ist ganz ängstlich, indes winken Lukas der Lokomotivführer und der Kasperl fröhlich hinauf. Auch das Urmel und Jim Knopf schauen hinauf. Die wunderbare Illusionsmalerei von Monika Binapfel lädt jeden Besucher ein, den Balanceakt selbst zu probieren – ganz ungefährlich auf dem Boden. Schön unter Verschluss hält dagegen der original Münchner Flohzirkus der Familie Birk seine Kutschen für die hüpfenden Hauptdarsteller. Einen ganzen Barockgarten haben sie zur Kulisse, worin sie Streitwagen, Chaisen und Karren durch die Wege ziehen sollen.

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Theaterleiter erfüllte sich alten Traum

Die Puppenkiste selber hat ihre drei Zirkusse eröffnet – den Klutzky mit Kater Mikesch kerzengerade kopfunter als Artist, den Lominetti mit Schlupp vom grünen Stern und den Tambosi, worin eine stattliche Blaskapelle aufspielt, während über der Zirkuskuppel die grazile Tänzerin und ein anmutiges Schweinchen übers Transparent trippeln. Allenthalben treiben die Clowns ihre Späße; als Puppen können sie sogar ihren Kopf verlieren. Im Ratespiel erfahren die Museumsgäste nebenbei, dass der Weißclown sich abhebt von den Spaßmachern und Umtreibern: Er ist der Melancholische und Kluge, der über die Begriffsstutzigkeit und Tollpatschigkeit seiner bunten Freunde schier verzweifelt.

Für den Theaterleiter Klaus Marschall geht in dieser Ausstellung ein alter Traum in Erfüllung. "Irgendwann musste es sein, den Zirkus in die Puppenkiste heimzuführen. Schließlich war mein Urgroßvater Robert Oehmichen der Geschäftsführer des berühmten amerikanischen Zirkus Barnum & Bailey", erzählt Marschall. An Orten, wo deutsch gesprochen wurde, trat er zugleich als Komiker in der Manege auf. Barnum & Bailey versprachen ganz unbescheiden auf ihren Plakaten "The Greatest Show on Earth".

Zahlreiche Leihgaben ermöglichen Puppenkiste abwechslungsreiche Schau

Dank zahlreicher Leihgaben ist auch in der Puppenkiste eine recht abwechslungsreiche Schau zustande gekommen. Etwa mit den lebensgroßen Puppen vom Theater Hibisskuss, die mit dem Stuttgarter Circus Circuli auftreten. Um Proteste von Tierschützern muss sich Klaus Marschall keine Gedanken machen: "Wir halten unsere Tiere immer artgerecht, sprich an Fäden." Ob es nun der Seelöwe ist, der behände auf seiner Schnauze mit dem Ball spielt, die Elefanten, Nashörner oder Affen. Und der Hase, den der Zauberer aus dem riesigen Hut holt, wirkt auch recht fröhlich – zumal er in der Nummer im Nebenberuf tätig ist.

Überhaupt werden viele Figuren der Puppenkiste zur Weiterverwendung im Kabarett aus ihrem Depotschlummer erweckt. Kunterbunt durch das Repertoire geht’s auf der Eingangsszene. Im weiten Dachboden breitet sich diesmal eine Zirkusmanege aus. Eine mutige Schildkröte kriecht übers Hochseil, auf dem Wippbrett sitzt schon die Schnecke, um emporgeschleudert zu werden. Der Löwendompteur versucht derweil, das zusammengewürfelte Publikum auf den Rängen mit seiner Dressur zu beeindrucken. Auch backstage werden die Besucher einiges entdecken: Zirkusleute üben ihre Nummern ein, an den Wohnwagen herrscht Ruhe, der Rastafari beim Elefanten wird gerade einer polizeilichen Leibesvisitation unterzogen. Kindern wird schon einfallen, warum das sein muss.

Trapezkünstlerin wird von sechs Händen gleichzeitig geführt

Die ausgefeilteste Figur ist sicher die Trapezkünstlerin, die von sechs Händen zugleich geführt wird, um die ebenso waghalsigen wie bezaubernden Bewegungen an der Schaukelstange zu vollführen. Ein Spiel der Proportionen gelingt dem Clown an Fäden, der mit Pferdchen und Dressurreiterin spielt.

Die stolzen Fracks und schneidigen Trikots aus dem Zirkusarchiv möchte man gleich selbst anziehen, vielleicht auch mal mit den Messern werfen oder die Dressurpeitsche schwingen. Kinder dürfen immerhin in ihrer Manege jonglieren, die Reifen kreisen lassen. Für sie gibt es im Verlauf der Ausstellung ein aktionsreiches Rahmenprogramm.

Spitalgasse 15, Laufzeit bis 1. Mai 2016; geöffnet täglich außer Montag von 10 bis 19 Uhr. Führungen: Tel. 0821/4503450, Programm: www.puppenkiste.com

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Ein Artikel von
Alois Knoller

Augsburger Allgemeine
Ressort: Kultur und Journal



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