Mittwoch, 13. Dezember 2017

18. Juni 2014 01:18 Uhr

Gesetzgebung

Augsburger wollen keinen Helm aufgesetzt bekommen

Viele Fahrradfahrer sprechen sich gegen eine generelle Helmpflicht aus, finden sie allerdings bei Kindern sinnvoll Von Julian Würzer

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Radfahrer dürfen aufatmen: Denn die Helmpflicht wird nicht eingeführt. Gestern entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass Radfahrer bei unverschuldeten Unfällen auch dann vollen Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn sie ohne Helm unterwegs waren. Augsburger Fahrradfahrer sprechen sich ebenfalls gegen eine allgemeine Helmpflicht aus, finden sie bei Kindern aber durchaus sinnvoll.

„Ich will nicht, dass mir vorgeschrieben wird einen Helm tragen zu müssen“, sagt Carmen Mora Reyes. Innerhalb der Stadt, um eben kurz zum Supermarkt nebenan zu fahren, benutzt sie keinen Helm. „Das sollte jeder für sich selbst entscheiden“, sagt die Hotelfachfrau. Bei längeren Fahrten hingegen trägt sie einen Helm, einerseits zum eigenen Schutz, aber auch als Vorbild für ihre Kinder. „Die können die Gefahr meist nicht einschätzen“, so die 39-Jährige. Deshalb darf ihre Tochter nur mit Helm zum Fahrradfahren. „Das gibt mir als Mutter auch ein Stück Sicherheit.“

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Anders sieht das Ben Sebastian Berthold Ressel. „Das Problem liegt nicht am Helm, sondern inwieweit der Einzelne aufpasst“, sagt der 38-Jährige. So schlägt er zum Beispiel einerseits dem Radfahrer vor, die Klingel öfter zu benutzen. Aber auch der Autofahrer müsse noch vorausschauender fahren. Außerdem gehört für ihn auch die Körperbeherrschung dazu. „Ich hatte schon einige Unfälle und bin nie auf den Kopf gefallen“, sagt Ressel, „weil ich mich immer richtig geschützt habe, mit Armen und Beinen.“ Bei Kindern sieht er die Erwachsenen in der Pflicht. „Da muss eben der Autofahrer aufpassen, dann wären diese auch sicher“, sagt er.

Dass für Kinder bis zu einem gewissen Alter eine Helmpflicht eingeführt werden sollte, findet auch Günter Wagner. „Das ist einfach sicherer“, sagt der Bauingenieur. Eine Helmpflicht für Erwachsene lehnt er dagegen ab. „Ich fahre zehn Kilometer zur Arbeit, da benutze ich meinen Helm, aber nicht wenn ich schnell um die Ecke muss“, sagt der 58-Jährige.

Auch Helena Neimann lehnt die generelle Helmpflicht ab und befürwortet das Urteil des BGH. „Ich würde eine Helmpflicht als freiheitsberaubend empfinden“, sagt die angehende Krankenpflegerin. „Niemand soll mir vorschreiben einen Helm aufzusetzen.“ Nicht nur beim gemütlichen Radfahren durch die Stadt, auch auf dem Rennrad spricht sie sich gegen einen Helm aus. „Da muss ich einfach auf mich selbst achtgeben“, sagt sie. Eine Helmpflicht für Kinder hält sie jedoch ebenfalls für sinnvoll. »Seite 1

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