Eine Expertenkommission hat vier neue bayerische Kandidaten für das Weltkulturerbe der Unesco gekürt – Augsburg ist dabei. Ein Interview mit dem Tourismusdirektor.


Nach den Schlössern von Ludwig II. ist das historische Technik- und Kulturensemble „Augsburger Wasserwirtschaft“ der zweite Vorschlag. Weitere Kandidaten sind die Wiesenlandschaften Werdenfelser Land, Ammergau, Staffelseegebiet und Murnauer Moos sowie der Saal 600, in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden. Wir sprachen mit Götz Beck über Augsburgs Weg zum Weltkulturerbe.
Herr Beck, wie beurteilen Sie die Chancen Augsburgs, einen Platz auf der Liste der Weltkulturerbe zu bekommen?
Beck: Wir bieten mit unserer Bewerbung Qualität auf europäischem Niveau. Mit dem Themenkomplex der innovativen Wasserversorgung ab dem Mittelalter bis zur Industrialisierung sind wir ebenso gut aufgestellt wie mit dem Thema Wasser und Kunst. Man denke dabei nur an die prächtigen Augsburger Brunnen aus der Renaissancezeit, die heute noch das Stadtbild prägen. Dazu kommen noch das Augsburger Wasserschutzgebiet verbunden mit dem Thema Wasser als Lebenselixier, sodass wir insgesamt beste Voraussetzungen haben, den begehrten Titel „Unesco Welterbe“ für Augsburg zu bekommen. Wir machen uns auf einen langen Weg, wobei der erste Schritt schon sehr erfolgreich war.
Was ist bisher passiert?
Beck: Bisher haben wir ein Bewerbungspapier verfasst, das sehr strengen Richtlinien entsprechen musste. Bis zur Anzahl der Zeichen war alles genau vorgegeben. Wir haben außerdem Unterstützer gesucht und beispielsweise in den Stadtwerken und den städtischen Kunstsammlungen Partner gewonnen, um das Thema Wasser passend umsetzen zu können.
Ab 2015 werden von der Unesco die ersten neuen Kandidaten in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Was sind Ihre nächsten Schritte?
Beck: Zunächst freuen wir uns natürlich sehr, dass wir für Bayern ins Rennen gehen können. Landtag und Kabinett müssen der Auswahl der Experten zwar noch zustimmen, aber dabei handelt es sich eher um eine Formalität. Wir machen uns jetzt auf den Weg, der breiten Öffentlichkeit das Thema Wasser ins Bewusstsein zu bringen. Die konkreten Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit dem zuständigen Kulturreferenten Peter Grab, aber denkbar ist beispielsweise ein Lichtkonzept für die Lechkanäle. Interview: Judith Strußenberg
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