Samstag, 24. Juni 2017

23. April 2009 21:50 Uhr

Bahn kassiert Miete für Ausstellungs-Zug

Der "Zug der Erinnerung" ist im Hauptbahnhof angekommen. Während die Deutsche Bahn nach Angaben der Initiatoren versucht, der rollenden Ausstellung Steine in den Weg zu legen, reagiert die Stadt Augsburg.

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Für sie ist der Zug, der die Geschichte der Deportation der Juden am Beispiel von Kindern und Jugendlichen aufzeigt, ein wegweisendes Projekt. So wichtig, dass OB Kurt Gribl 8 000 Euro aus den Mitteln seines Referats bereitstellte.

Damit kann die Initiative ihre Ausstellung zwei Tage lang finanzieren. Hans-Rüdiger Minow, Vorstandssprecher des Vereins, beziffert die Kosten auf gut 4000 Euro pro Tag - das pädagogische Begleitpersonal eingerechnet. Schließlich kassiere die Bahn mindestens 1000 Euro Aufenthaltsgebühr pro Tag und stelle jeden gefahrenen Kilometer in Rechnung.

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Gebühren würden erhoben, bestätigte DB-Sprecher Jens-Oliver Voß auf Anfrage. Diese seien jedoch gesetzlich vorgeschrieben. Über die genaue Höhe machte er keine Angabe. Mit dem Verein liegt die Bahn seit Längerem im Clinch: "Wir wundern uns darüber, dass von der Initiative das falsche Bild erzeugt wird, die Deutsche Bahn habe keinerlei Interesse daran, sich des Themas anzunehmen." Er verweist auf eigene Ausstellungen zur Rolle der Reichsbahn in der NS-Zeit.

Bei der Ausstellungseröffnung erklärte Gribl, die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des NS-Regimes dürfe nicht dem Lehrplan vorbehalten bleiben. Er lobte den "bewegenden Beitrag" der Initiative, die den Opfern Namen und Gesicht gebe. "Das Schicksal der Einzelnen zu spüren hat den größten Effekt, um das Bewusstsein für das Unrecht der Vergangenheit aufrechtzuerhalten", so Gribl.

Henry Brandt, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde, erinnerte an die Täter und Hunderttausende, die nicht eingegriffen haben. Toleranz, Menschenliebe und Verantwortungsgefühl müsse die Lektion sein, die die Menschen aus diesen Gräueltaten lernen müssten - und, dass jeder Einzelne die Verantwortung habe.

Dicht gedrängt standen die Besucher an Gleis 2. Eine Stimme hallte durch den Waggon. "Wir waren drei Tage in einem Viehwaggon. Und wir hatten nur das Eine im Kopf: überleben." Es sind die Geschichten jüdischer Kinder und Jugendlicher, die gezeigt werden. Kinder, die auch vom Augsburger Hauptbahnhof aus deportiert wurden. So wie Emmanuel Herz, 1924 in Augsburg geboren, 1941 bei der Flucht in die Schweiz gefangen genommen. "Auslieferung, Deportation und Tod in Auschwitz am 17.11.1942", steht auf dem Plakat.

21 Schicksale nachgezeichnet

Gestaltet wurde es von Schülern von St. Anna. 28 Schüler haben sich im Grundkurs Geschichte der K 12 auf Spurensuche begeben. Sie haben die Schicksale von 21 Kindern und Jugendlichen nachgezeichnet, die zwischen 1940 und 1944 in die Konzentrations- und Vernichtungslager gebracht wurden. "Bei uns hat der Zug der Erinnerung seinen Zweck schon erfüllt", erklärt Schüler Michael Schroth. "Das große Verbrechen an den Juden wieder ins Bewusstsein zu holen."

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Ein Artikel von
Sonja Krell

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