Mittwoch, 24. August 2016

19. Oktober 2015 00:41 Uhr

Konzert

Beethoven in Hochspannung

Die Bayerische Kammerphilharmonie eröffnete in der Stadthalle Gersthofen die Saison Von Manfred Engelhardt

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Cathrin Lange sprang für die erkrankte Sophia Brommer ein. Dirigiert wurde die Bayerische Kammerphilharmonie von Elias Grandy (Hintergrund).
Foto: W. Diekamp

Jubiläen sind schön, manchmal auch anstrengend. Das Auftaktkonzert der Bayerischen Kammerphilharmonie gestaltete sich als spannende Angelegenheit, in mehrfacher Hinsicht. Sopranstar Sophia Brommer war kurzfristig wegen Erkrankung ausgefallen. Orchester-Manager und Bratschist Valentin Holub ging aus einer fast nicht zu gewinnenden bundesweiten Zeitschlacht um Ersatz als Sieger hervor: Es war schließlich Cathrin Lange vom Augsburger Theater, frühere Kollegin Brommers, die mutig und brillant einsprang. Das Publikum musste vorher aber einen länglichen Glückwunsch-Filmstreifen überstehen („aufhören!“), der anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums der Stadthalle eingespielt wurde.

Dann galt es der Kunst. „Beethoven“ war das spannungsvolle Konzert betitelt, dirigiert von Elias Grandy, Musikchef in Heidelberg, der als Kandidat für Augsburgs GMD-Stelle vor einiger Zeit Aufsehen erregte. Drei Arien, die zu den Highlights der Opernliteratur gehören, gingen mit der ebenfalls hoch angesehenen Sopranistin als Delikatessen über die Bühne. „Caro nome“ aus Giuseppe Verdis „Rigoletto“, diese in den empfindsamen, euphorischen und verlassenen Stimmungen schwingende Romanze der Gilda, funkelte zur filigranen Orchesterbegleitung silbern wie die Pailletten am Kleid der Sängerin. Charles Gounods „Je veux vivre“, ein impulsives, vorwärtsdrängendes musikalisches Stück Lebensgier aus „Roméo et Juliette“, machte Cathrin Lange in den tollen Koloraturen und Spitzentönen ebenso zum vielbeklatschten Ereignis wie Konstanzes „Ach ich liebte“ aus der „Entführung“, wobei die Sängerin auch Mozarts subtil schwebenden Zwischentönen geschmeidig Ausdruck verlieh.

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Beethoven aber war die Hauptrolle zugeteilt. Dieses Sinfoniekonzert profitierte durchaus von der – in den Streichern – kleiner bemessenen Besetzung. In der einleitenden „Coriolan“-Ouvertüre waren deshalb beispielsweise die das Stück wie ein unerbittlicher Schicksalsmotor durchlaufenden Notenketten in den Bratschen so intensiv wie kaum sonst zu erleben. Elias Grandy spitzt mit präziser Formung in der dramatischen Entwicklung zu.

Vieles, was bei „Coriolan“ schon elektrisierte – federnde Passagen, starker Drive –, gab es auch in der 4. Sinfonie zu hören. Die jäh anziehenden Tempowechsel, die überraschend abgebremsten Kontraste in den Ecksätzen, besonders dem stürmischen, fast faunischen wirbelnden Finale, wusste Grandy mit metrischer Schärfe zwingend einzufordern. Auch die über Taktstriche und Taktschwerpunkte hinweg gleitenden und tanzenden Synkopen des Scherzos wurden unter Hochspannung gesetzt. Dieses eher weniger gespielte Werk der großen Neun Beethovens lebt nicht nur von rigider Dramatik. Die zwischen halbdunklen Nischen und leuchtenden Klangaromen changierende Stimmung des Adagios war in der Interpretation von Grandy und dem Orchester der poetische Höhepunkt dieser Sinfonie. Herzlicher Applaus.

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