Die Jugendlichen, die wehrlose Obdachlose in Augsburg gefilmt und die Videos bei der Internet-Plattform "Youtube" veröffentlicht haben, sind geschnappt. Laut Polizei handelt es sich um jugendliche Augsburger im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, allesamt mit Migrationshintergrund.

Augsburg (AZ) - Die Jugendlichen, die wehrlose Obdachlose in Augsburg gefilmt und dieVideos bei der Internet-Plattform "Youtube" veröffentlicht haben, sind geschnappt. Innerhalb Tagesfrist konnten Beamte der Augsburger Kriminalpolizei die Urheber der Filme ermitteln und festnehmen.
Die Augsburger Allgemeine hatte berichtet, dass im Internet diverse selbst produzierte Videos eingestellt sind, die an verschiedenen Örtlichkeiten in Augsburg gedreht wurden. Inhalt dieser Filme sind Bloßstellungen von Personen aus der Obdachlosenszene sowie eine Filmsequenz, bei der eine Gruppe von Personen zu sehen ist, die den Hitlergruß zeigt.
Die intensiven Ermittlungen der Augsburger Kripo führten zu einem schnellen Fahndungserfolg: Bereits am Freitag wurden zwei Beschuldigte mit Hilfe von Hinweisen aus der Bevölkerung ermittelt und festgenommen. In ihren Vernehmungen nannten beide zudem einen weiteren Beteiligten sowie den Haupttäter.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um jugendliche Augsburger im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, allesamt mit Migrationshintergrund. Von den Kriminalbeamten wurden die Computer- und Filmausrüstungen der Betroffenen sichergestellt. Die Auswertung der Festplatten und Datenträger dauert derzeit noch an.
Zudem sind bereits alle auf den Videofilmen erkennbaren Personen identifiziert. Weiterhin wurden die im Internet eingestellten Filme von den Servern gelöscht. Die vier Beschuldigten wurden nach den polizeilichen Vernehmungen wieder entlassen.
Ein Zusammenhang der Video-Filmer mit Personen der rechten Szene ist derzeit auszuschließen.
Die Filme, auf denen Obdachlose aus Augsburg der Lächerlichkeit preisgegeben werden, hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Viele Internetsurfer kommentierten die Filme bei "Youtube" mit deutlichen Worten. "Geschmacklos und menschenverachtend", schrieb einer. "Ihr tut mir echt leid, dass ihr so etwas filmen müsst und euch darüber auch noch lustig machen könnt", meinte ein anderer. "Wie kann man nur so krank sein", so ein Dritter.
Auch das Augsburger "Bündnis für Menschenwürde" meldete sich zu Wort. "Hier müssen alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um diesen Leuten das Handwerk zu legen", sagte der Vorsitzende, Bundestagsabgeordneter Heinz Paula. Nicht nur die Bürger seien aufgefordert "im Alltag Zivilcourage zu zeigen und solche Übergriffe zu verhindern". Gleiches gelte für die Polizei. Sie müsse verstärkt auf den "Schupo vor Ort" setzen.
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