Für den Ruf, der ihr vorausgeeilt war, verhielt sich die Bloodhound Gang während ihres seit Monaten ausverkauften Konzertes in der Kantine schon fast gesittet. Und ihre Musik hielt, was die Band versprach. Fetziger New Metal mit HipHop-Einflüssen und einer Prise punkigen Lebensgefühls brach sich da brachial Bahn. Die Fans waren aus dem Häuschen, die Party von Anbeginn am Sieden. Die Frage nach dem Sinn jener Vergötterung des Alkohols, die lange schon zum Markenzeichen der Band geworden ist, stellte indes niemand.

Was war nicht alles zu hören gewesen im Vorfeld: Von entblößten Geschlechtsteilen bis zu öffentlichem Urinieren hatte die Mär gereicht. Da hielten sich die fünf Jungs aus Philadelphia für dieses Mal zurück. Doch weder das Bespucken und Beschütten der Bandmitglieder - und des Publikums - mit Wasser, Bier und anderen Flüssigkeiten noch der in Massen konsumierte Jägermeister inklusive der entsprechenden Auswirkungen fehlten. Seltsame Sitten, die wohl nur Insidern wirklich Spaß machen.
Wirklich Spaß machte die Musik, und das nicht erst mit dem Auftritt der Stars. Denn die Augsburger Band Ian Mojo, als Opener engagiert, heizte die Stimmung 30 Minuten lang mit eigenen Stücken ordentlich auf. Es war ein gelungener Stilmix aus Funk, Rock, Southern und Reggae, der hier im Namen des Grunge zu eigensinnigem Leben erweckt wurde.
Auch die Bloodhound Gang pflegte ihren eigenen Stil, und der war von kräftiger Natur. Nicht zu vergleichen mit den veröffentlichten Silberlingen, denn auf der Bühne wich die Studiotechnik einer auf den reinen Druck einer harten Powerband reduzierten Musik. Stücke wie Foxtrott Uniform Charlie Kilo, Along Comes Mary oder Fire Water Burn erlebten Dank der neuen Besetzung mit Jimmy Pop Ali (Gesang, Gitarre), Jared Hasselhoff (Bass), DJ Q-Ball (Keyboards, Turntables, Gesang), The Yin (Schlagzeug) und Daniel P. Carter (Gitarre) eine Renaissance, die sich gewaschen hatte - und die Kantine für 90 Minuten in einen brodelnden Bierkessel verwandelte. Frei nach dem bandeigenen Motto: "No reason to live, but we like it that way."
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