Montag, 23. Oktober 2017

05. August 2017 00:31 Uhr

Ausstellung

Brechts Sohn hatte einen Wohltäter in Wien

Dokumente erinnern jetzt an Frank Banholzer und Stefan Weigl

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Von Bertolt Brechts erstem Sohn, Frank Banholzer, am 30. Juli 1919 in Kimratshofen im Allgäu geboren, hieß es immer, er sei ungeliebt herumgestoßen worden. Tatsächlich hatte der kränkliche Junge in dem Wiener Kaufmann Stefan Weigl, dem Vater von Brechts zweiter Frau Helene Weigel, einen selbstlosen Unterstützer. „Fünf Jahre lang – mit Unterbrechungen – hatte Weigl Frank in Wien versorgt“, weiß Gerhard Gross, ein späterer Sohn von Brechts Jugendliebe Paula (Bi) Banholzer inzwischen über seinen Stiefbruder. Im Brechthaus dokumentiert eine neu eingerichtete Vitrine nun diesen Aspekt.

Ausgangspunkt seiner Recherchen war ein Brief Franks an die „liebe Tante Helli“, worin er sich für die Hilfe in Wien bedankte. Der Junge hielt sich von 2. September 1930 bis 19. September 1933 und nochmals vom 26. März 1934 bis 24. April 1935 in Wien auf, wo er ärztlich behandelt wurde. Für Kost und Logis kam Weigl auf. Er war ehemaliger Prokurist des Textilkonzerns „Herm. Pollacks Söhne“.

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Die Nazis hatten es ihm später übel vergolten. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Weigl enteignet und mit 73 Jahren am 28. Oktober 1941 nach Lodz deportiert und kam am 20. Januar 1942 im Getto Litzmannstadt um. „Man ließ ihn verhungern“, erfuhr Gross. Minutiös hat er im Wiener Staatsarchiv, im Dokumentationszentrum österreichischer Widerstand und in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem sowie im Berliner Brecht-Archiv seit Jahren nachgeforscht.

Übrigens: Bert Brecht könnte seinen Sohn Frank im März 1933, als er schon auf der Flucht vor den Nationalsozialisten war, bei einem zweiwöchigen Aufenthalt in Wien zuletzt gesehen haben. Seinen Schwiegervater Stefan Weigl wohl auch.

An Frank erinnern im Brechthaus bislang schon einige Exponate in einer Vitrine im Schlafzimmer seiner Großmutter. Ein Foto von seiner Erstkommunion (ca. 1920) ist darunter, ein Fotoalbum aus seiner Wehrmachtszeit und ein Briefumschlag an den Flieger Frank Banholzer vom 21. August 1940.

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Alois Knoller

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