Hochfeld Die Zahl der Kinder unter 16 Jahren, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen, hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Das Durchschnittsalter für die ersten Erfahrungen mit Alkohol liegt bei zwölf Jahren. Um die Jugend vor den Folgen des Alkoholkonsums zu schützen, veranstaltet die Kerschensteiner Volksschule noch bis zum Ende des Schuljahres ein Projekt zur Alkoholprävention. "Ich habe erst neulich eine leere Bierflasche auf der Schultoilette gefunden, da läuten bei mir die Alarmglocken", so Direktor Albert Kaps. Anfang März hätten die Lehrkräfte an einer Fortbildung teilgenommen, um von Suchtpräventionskräften und Jugendarbeitern Ratschläge zu bekommen.
"Mein letzter Tropfen" als Rap
Zur Eröffnung der Bilderausstellung "Na toll! Alkohol und Jugendliche", die derzeit in der Volksschule zu sehen ist, hatten die Schüler der fünften und sechsten Klassen etwas ganz Besonderes vorbereitet. Zusammen mit Fabio Esposito und Sabrina Strick vom theaterpädagogischen Zentrum Augsburg stellten die Jungen und Mädchen in einem Workshop eine aufwendige Vorführung auf die Beine. Esposito: "Die Kinder haben ein Lied als Rap zum Thema Alkohol selbst verfasst und dann haben wir gemeinsam das Tanztheater ,Mein letzter Tropfen' dazu einstudiert."
Schüler Alex Pastler ist sich sicher: "Mit Alkohol im Blut hätten wir die Pyramiden im Tanz nicht hinbekommen." Projektkoordinator Gerhard Bachmann vom Amt für Jugendschutz in Augsburg war begeistert von der Aufführung: "Kinder sollen ihre eigenen Fähigkeiten erkennen und lernen, dass sie ohne Alkohol viel stärker sind und mehr im Leben erreichen können."
Besser ist es, die Finger davon zu lassen
Am Ende der gelungenen Vorstellung überreichte Bachmann kleine Präsente in Form von Blöcken, Stiften und Schlüsselanhängern von "Na toll!" an die talentierten Nachwuchstänzer. Volker Stöhr vom theaterpädagogischen Zentrum: "Ich finde es gut, dass die gesamte Schülerschaft, vom Grundschul- aufsteigend in den Hauptschulbereich, in das Projekt involviert ist."
Die jungen Schüler haben selbst noch keine Erfahrungen mit Alkohol gemacht, wissen aber mittlerweile schon genau, warum es besser ist, die Finger davon zu lassen. "Menschen werden oft gewalttätig, wenn sie betrunken sind", weiß der elfjährige Steffen Geis. "Wenn die Deutschen weniger trinken würden, gäbe es auch weniger Unfälle auf den Straßen", ist der Fünftklässler sicher. Und seine Klassenkameradin Julia Rach sagte: "Durch das Projekt kann ich meinen Freunden sagen, dass Alkohol schlecht ist." Sie hat sich vorgenommen, später einmal keinen Alkohol zu trinken.
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