Samstag, 25. Mai 2013

30. März 2008 19:20 Uhr

Damit der PC mit seinem Nutzer rechnen kann

Er ist schon Tradition, dennoch kommen immer wieder zahlreiche Interessenten: Beim 7. Linux-Infotag im Informatikgebäude der Uni waren am Wochenende über 300 Besucher zu Gast. Vierzehn Vorträge, Infostände und ein Intensiv-Workshop boten Gelegenheit, sich rund um das kostenlose, frei verfügbare Betriebssystem Linux, freie Software und freie, internetbasierte Projekte zu informieren. Von Heidi Jovanovic

Hanno Böck, der die freie Geodatenbank Openstreetmap vorstellte, war extra nach Augsburg gereist, da es "hier noch besonders viel zu tun gibt". Ein Blick auf eine Augsburger Stadtkarte zeigte, was er meint: Einige Straßen sind schon drin, Bahnlinie und Hauptbahnhof auch, sogar Sträßchen wie Kappelberg, Milchberg, Bäckergasse und Hallstraße sind eingezeichnet. Aber wo ist die Maximilianstraße? Der Rathausplatz? Da sieht es doch recht leer aus. Doch beim Infotag wurde gezeigt, wie es geht: GPS-Tracks aufzeichnen und bei www.openstreetmap.de einstellen! Selbst wer über keinerlei technisches Gerät verfügt, könne helfen, indem er Straßen- und Gebäudenamen, Briefkästen, Tankstellen etc. einzeichnet. Mitmachen könne jeder ganz unkompliziert, hieß es.

Auch das Augsburger Freifunk-Netz sucht noch Teilnehmer, die sich einbringen, damit in Augsburg bald möglichst flächendeckend frei kommuniziert und gesurft werden kann. Wie das funktioniert und welche Hard- und Software dazu benötigt wird, zeigten Manuel Munz und Martin Röcker am Freifunk-Stand, der dauernd dicht von Neugierigen umlagert war. Auch die Stände der Amateurfunker, der Free Software Foundation (FSFE), des Augsburger Computerforums (ACF) und der Linux User Group Ottobrunn standen vielen Interessenten Rede und Antwort.

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"Ich will nur, dass der Rechner funktioniert", war allerdings das Hauptanliegen vieler Besucher. So lautete auch der Titel der launigen und tiefsinnigen Einführung, die der Schirmherr der Veranstaltung, Professor Dr. Wolfgang Klüver von der Hochschule Augsburg, hielt. Die Computerbetriebssysteme Win-dows und Linux verglich er mit der Spielzeugwelt. Windows entspricht dem Systemspielzeug Playmobil, Linux hingegen Lego mit seinen individuell und fantasievoll nutzbaren Bausteinen. "Man kann mit beiden gut zurechtkommen, welchem man den Vorzug gibt, ist Mentalitätssache", meinte er.

Der Vorteil von Linux sei, dass es die Bausteine gratis gibt; dies gilt auch für die Werkzeuge zum Herstellen der Bausteine. So seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt, doch verlange ein Mehr an Freiheit stets auch ein Mehr an Wissen.

Ein gewisses Grundwissen solle hingegen bei jedem Computeranwender vorhanden sein. So verglich Klüver die Benutzung eines Computers mit dem Fahren eines Autos. Vor allem wenn man seinen Rechner mit dem Internet verbindet, sollte ein Grundwissen technischer und rechtlicher Aspekte vorausgesetzt werden. "In dem Moment, wo Sie ans Netz gehen, ist es so, wie wenn Sie das Auto aus der Garage fahren."

Mehr Informationen online unter

wwww.luga.de, www.wikipedia.de, www.openstreetmap.de, http://augsburg.freifunk.net

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