Freitag, 20. Oktober 2017

21. Oktober 2016 06:30 Uhr

Augsburg

Das Gaswerk wird fürs Theater umgebaut

So soll das umgebaute Ofenhaus aussehen. Die Stadtwerke nehmen sehr viel Geld in die Hand, um das brachliegende Areal mit Leben zu erfüllen.

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Die Animation zeigt das Gaswerk-Areal, wie es nach dem Umbau einmal aussehen soll. Das braune Gebäude rechts ist der Neubau.
Foto: Anne Wall

Der 80 Meter hohe Gaskessel ist das weithin sichtbare Zeichen für das Gaswerkareal im Stadtteil Oberhausen. Das großflächige Gelände liegt derzeit weitgehend brach. Mitunter wird es für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Das Festival „Grenzenlos“, das es nicht mehr gibt, fand hier vorübergehend eine Heimat. Am Donnertagabend trat Deutschlands erfolgreichster Elektronikkünstler Schiller auf. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was am Gaswerk künftig geschaffen wird. Die Stadtwerke, denen das Areal gehört, und die Stadt wollen das ehemalige Gaswerk zu einem Zentrum für Kunst und Kreativwirtschaft entwickeln.

In einem ersten Bauabschnitt wird das Ofenhaus zu einer Ausweichspielstätte für das Theater umgebaut. Es geht bei dieser Millioneninvestition aber nicht allein um das bestehende Gebäude. Es gibt ferner einen Neubau, der später einmal mit kreativem Leben erfüllt werden soll. Des Weiteren wird ein Parkhaus mit 370 Stellplätzen gebaut. Dies ist deshalb nötig, weil gegenwärtig große Parkplatznot herrscht, wenn Veranstaltungen auf dem Gelände über die Bühne gehen.

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Die Gesamtkosten für diesen ersten Bauabschnitt liegen bei 23 Millionen Euro. Im Frühjahr 2018 sollen die Bauarbeiten beendet sein. Um- und Neubau sollen dann fertig sein, die Gebäude danach dem Theater übergeben werden. Neben Schauspielern und Balletttänzern, die in eineinhalb Jahren im Ofenhaus auftreten werden, sind weitere Räume für andere Künstler im Nachbarhaus vorgesehen. An das bestehende alte Ofenhaus wird ein Neubau mit sechs Etagen errichtet. In diese Ateliers und Übungsräume werden Künstler und Bands einziehen, die gegenwärtig noch im Kulturpark West in Kriegshaber beheimatet sind. Zur Versorgung der späteren Mieter und der künftigen Theaterbesucher sowie anderer Gäste beinhalten die Pläne ferner die Unterbringung eines Lokals im Ofenhaus mit den historischen Mauern und den großen Fenstern.

 

Platz für 240 Besucher

Das Theater wird auf dem Areal in Oberhausen eine mehrjährige Bleibe finden. Die Spielstätte wird Platz für 240 Besucher haben, darüber hinaus gibt es einen Ballettsaal, Werkstätten und Büros. 5000 Quad-ratmeter Fläche sind vorgesehen. Nach gegenwärtiger Planung wird das Theater das Gastspiel in Oberhausen dann beenden, wenn der Theaterstandort in der Innenstadt komplett saniert und umgebaut ist. Dies wird wohl nicht vor Anfang 2024 der Fall sein.

Die Stadtwerke sehen im Abschied des Theaters allerdings kein Problem für die weitere Entwicklung des Geländes. „Mit der Spielstätte für das Theater entsteht eine dauerhafte Bühne, die auch dann weiter genutzt werden kann, wenn sich das Theater in sein Stammhaus am Kennedyplatz zurückzieht“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Alfred Müllner.

 

Die Planungen für einen zweiten Bauabschnitt werden längst vorangetrieben. In weiteren Gebäuden werden zusätzliche Ateliers und Übungsräume entstehen. Das Gaswerk wolle sich als Ort für Kreativwirtschaft entwickeln, sagt Müllner. Er versteht darunter, dass Designer und Architekten ebenso ein interessantes Umfeld an dieser Stelle vorfinden wie Unternehmen, die Künstlerbedarf anbieten. Auf diesem Weg wollen die Stadtwerke ihre jetzigen Investitionen zum Teil refinanzieren, so Müllner: „Wir wollen nicht länger viel Geld in den bloßen Erhalt der Gebäude stecken, sondern hier Ausgaben tätigen, die sich irgendwann auch auszahlen werden.“ Gegenwärtig ist es eine halbe Million Euro, die im Jahr für den Erhalt ausgegeben werden müsse. Darüber hinaus mussten die Stadtwerke sehr viel Geld für die Altlastensanierung investieren. Damit auf dem Gelände etwas Neues entstehen kann, war dies zwingend nötig. Die letzte und größte Altlastensanierung, die im Frühjahr 2016 abgeschlossen wurde, kostete 3,4 Millionen Euro. „Wir sind froh, jetzt dieses Gelände aus dem Dornröschenschlaf wach zu küssen“, sagt der Stadtwerke-Chef.

Dass sich eine Industriebrache in dieser Weise entwickelt, sei nicht selbstverständlich, sagt Oberbürgermeister Kurt Gribl: „Die Stadt hat dazu gerne, aber auch nicht ganz freiwillig, den Impuls gegeben.“ Gribl spielt hier auf die Zwischenlösung für das Theater an. Kulturreferent Thomas Weitzel sieht eine Gesamtlösung, die überzeuge. Friedrich Meyer, der neue Kaufmännische Direktor des Theaters, sagte am Donnerstag bei einem Ortstermin: „Das Gaswerk ist der beste Ort für ein Interim. Die allerbeste Lösung dürfte aber immer ein saniertes Haus sein.“

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Michael Hörmann

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