Donnerstag, 29. September 2016

02. März 2015 00:32 Uhr

Festival

Das Mozartfest zeigt sich in Berlin

Augsburg gibt in der Hauptstadt einen Vorgeschmack auf das, was im Mai elf Tage lang kommen wird. Eine Star-Klarinettistin und eine Augsburger Sopranistin machen beste Figur und gleichzeitig neugierig auf das Programm

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Die Klarinettistin Sabine Meyer hat die Schirmherrschaft für das 64. Deutsche Mozartfest übernommen. In Berlin zeigte sie, was das Festivalpublikum im Mai erwartet – unter anderem eine fantastische Musikerin.
Foto: Henning Schacht/Bayerische Staatskanzlei

Mehr kann Werbung nicht erreichen. Die wunderbare Klarinettistin Sabine Meyer setzt ihr Instrument ab, das Publikum raunt, klatscht, ist begeistert: „Toll“, „Bravo“. In Berlin hat das Deutsche Mozartfest einen Vorgeschmack auf das gegeben, was das Augsburger Publikum im Mai erwartet. Elf Tage im Zeichen der Klarinette. Und: Wenn es so wird wie dieser Abend in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin, wird es ein tolles Festival.

Vor ein paar Jahren machte das Mozartfest diesen Abstecher nach Berlin schon einmal. Damals wurde Mozarts 250. Geburtstag gefeiert. Seitdem hält in der Vertretung des Freistaats Bayern allerdings Würzburg seine Mozartfahne in Berlin jährlich mit einem Gastauftritt hoch, während man sich in Augsburg dazu nur denkt, die wahre Mozartstadt in Deutschland zu sein. Thomas Weitzel, Kulturreferent Augsburgs und Präsident der Deutschen Mozartgesellschaft, hält das süffisant fest. In Würzburg habe Mozart lediglich einmal auf der Durchreise nach Frankfurt Halt gemacht, um Kaffee zu trinken, aus Augsburg stammen seine Vorfahren, in Augsburg habe sein Vater gelebt – und das Bäsle. Das auch einen Auftritt in Berlin hat – durch die Augsburgerin Alexandra Johns-Kraft.

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Mit einer Mischung aus Lokalpatriotismus und musikalischer Klasse präsentiert sich Augsburg als die deutsche Mozartstadt. Und wie das bei Auswärtsspielen so ist: Die Augsburger Berlin-Delegation besteht nicht nur aus den Akteuren, sondern auch aus Publikum. Ein Reisebus von Z-Mobility hat knapp 50 Mitglieder der Deutschen Mozartgesellschaft nach Berlin gebracht. Ein Kurztrip in die Hauptstadt auf musikalischen Spuren und gleichzeitig ein Auswärtsspiel in der Bayerischen Landesvertretung.

Verknüpfungen zwischen Berlin und Augsburg finden sich an diesen drei Tagen genug. Darauf hat der Organisator und Planer der Reise Hans-Christian Wille wert gelegt. Zum Beispiel in der Staatsoper Berlin. Abends gibt es in der sanierungsbedingten Ausweichspielstätte Schillertheater den gefeierten Counter-Tenor Jochen Kowalski und das Salonorchester „Unter den Linden“ zu sehen und hören – ein brillanter Entertainer mit brillanter musikalischer Unterstützung. Tagsüber dient die Staatsoper als mahnendes Beispiel, wie die Sanierung des Theaters Augsburg nicht angepackt werden sollte. Die Kosten sind in Berlin mittlerweile explodiert, die avisierten Termine konnten nicht eingehalten werden.

Der Kurztrip führt vorbei am Dorotheenstädtischen Friedhof, auf dem Bertolt Brecht begraben liegt, und vorbei an dem Berliner Brecht-haus direkt daneben. Der Kurztrip führt ins Zentrum der deutschen Demokratie, den Reichstag, in dem Augsburg auch vertreten ist. Die Abgeordnete und Vizepräsidentin des deutschen Bundestags Claudia Roth erklärt eindringlich, wie die Außenpolitik gerade alle Innenpolitik überdeckt: durch den Krieg in der Ukraine, durch den Islamischen Staat, durch bedrohliche Entwicklungen in Afrika.

Berlin ist Hauptstadt, was wiederum bedeutet, dass es vom Reichstag und den Kriegen in der Welt bis zur Landesvertretung Bayerns und dem Mozartfest nur ein paar Schritte sind. Abends bei der Programmpräsentation vor 300 Zuschauern zeigt sich Roth im Beisein der anderen Augsburger Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr und Volker Ulrich als überzeugte Botschafterin Augsburgs. „Augsburg ist die deutsche Mozartstadt, ohne wenn und aber“, sagt sie und betont, dass das Mozartfest im Gedenken an Mozarts größten Förderer – seinen Vater Leopold – jährlich auch jungen Künstlern eine Plattform gebe.

Eine der jungen Künstlerinnen zeigt sich in Berlin. Es ist die Augsburger Sopranistin Cathrin Lange. Auch sie wird mit einem Beifallssturm bedacht. Ein Großteil des Publikums ahnt dabei nicht, gerade etwas Besonderes von ihr gehört zu haben. In Berlin nutzt Lange – begleitet von Harald Harrer (Klarinette) und Kilian Sprau (Klavier) – nämlich die Gelegenheit, sich mit Peter von Winters Konzertarie „Torni al tuo sen la calma“ als virtuose Koloratur-Sopranistin zu zeigen. Sie kann das hervorragend, auch wenn sie in Augsburger Opernproduktionen bislang noch nicht so oft Gelegenheit hatte, es zu zeigen. Nun nutzt sie das Mozartfest als Plattform dafür. Applaus, kombiniert mit der Vorfreude auf das, was im Mai kommen wird.

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Ein Artikel von
Richard Mayr

Augsburger Allgemeine
Ressort: Kultur und Journal



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