Die Berichterstattung in unserer Zeitung hat in Kreisen der Politik und des Krankenhauses ein großes Echo ausgelöst. Offizielle Stellungnahmen gibt es nach wie vor keine, zumal der Abschied erst am kommenden Freitag in einer Sitzung des Verwaltungsrates behandelt werden soll. Es ist eine planmäßig angesetzte Sitzung, die also nicht eigens wegen der Querelen im Klinikum stattfindet. Dass das Verhältnis zwischen Richter und den Chefärzten schwer belastet ist, ist bekannt.
Inhaltlich äußerte sich gestern nur der frühere Klinikums-Chefarzt und Stadtrat Rolf Harzmann (Pro Augsburg), der im Verwaltungsrat sitzt. Für ihn trifft Richters Weggang auch Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke. „Das ist jetzt das Problem derer, die Richter auf diesem Posten unbedingt wollten.“
Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU), der momentan im Urlaub ist, ließ gestern vermitteln, dass er vor der Sitzung des Verwaltungsrates keinen Kommentar abgeben werde.
Stadträtin und Verwaltungsrätin Christa Stephan (SPD) erfuhr gestern aus unserer Zeitung, dass der Chef der Chefärzte geht: „Ich war sehr erstaunt.“ Inhaltlich könne sie nichts sagen: „Das ist ein Thema, das im Verwaltungsrat behandelt werden muss.“ Ähnlich sieht es Johannes Hintersberger. „Nähere Informationen wird es sicherlich im Verwaltungsrat geben.“ Nicht zuletzt weil es sich um eine Personalangelegenheit handelt, werde er zuvor keinen Kommentar abgeben, sagte der CSU-Stadtrat. CSU-Kollege Bernd Kränzle, der auch dem Verwaltungsrat angehört, zeigte sich „voll überrascht“. Auch er habe aus der Zeitung erfahren, dass Richter seine Tätigkeit beendet: „Ich denke, dass wir im Verwaltungsrat plausible Gründe erfahren und darüber dann auch diskutieren.“ Dr. Dimitrios Tsantilas (CSM) meldete sich gestern aus dem Griechenland-Urlaub: „Die Nachricht hat mich überrascht. Ich werde erst dann Stellung nehmen, wenn ich fundierte Informationen gewonnen habe.“
Richter steht seit August 2010 in Diensten des Klinikums. Der Chirurg und Gesundheitsökonom koordiniert die Arbeit der Chefärzte. Es ist das Bindeglied zwischen Verwaltung und Medizinern. (möh/skro)