Montag, 27. März 2017

25. Dezember 2016 19:29 Uhr

Fliegerbombe

Das lange Warten: So lief der Tag in den Notunterkünften

In der WWK-Arena wird gespielt, TV geschaut und gekocht. Wie sich die Menschen in den Notunterkünften die Zeit vertrieben haben.

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Keine Sekunde hat FCA-Geschäftsführer Peter Bircks gezögert, als Oberbürgermeister Kurt Gribl anrief und fragte, ob er die VIP-Lounge der WWK-Arena für die evakuierten Personen zur Verfügung stellen würde. „Da helfen wir gerne. Das ist ja alles andere als lustig“, sagt er als er die Augsburger besucht, die morgens ihre Wohnung in der Innenstadt verlassen mussten. Über 160 Personen sind dort untergekommen.

Musik spielt, Familien spielen Gesellschaftsspiele, einzelne Personen verfolgen die aktuellen Entwicklungen bei der Räumung auf einem der vielen Fernseher. „Das ist hier mehr ein Hilton als eine Notunterkunft“, sagt Patrick Folz vom BRK-Betreuungsdienst Neu-Ulm. Gemeinsam mit Helfern vom BRK-Betreuungsdienst Günzburg kümmern sie sich um die Menschen. Um 4.30 Uhr waren sie bereits am FCA-Stadion und haben ihren Einsatz vorbereitet. Beata Viemczewski, 44, und ihre Kinder Martyna, 16, und Tomek, 11, spielen ein Spiel. Gemeinsam sind sie für das Weihnachtsfest aus Polen nach Augsburg gekommen, wo sie Familienvater Tomasz besuchen, der am Lech arbeitet. Nun sitzen sie in der Notunterkunft. „Es ist anders, aber es ist nicht schlecht“, sagen sie.

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Für die Besucher kocht das LEW-Catering. Es gibt Gemüseeintopf und Rindergulasch. „Es ist sehr entspannt. Die Infrastruktur ist hier einfach gut“, sagt Markus Mader vom BRK Günzburg. Harald Schäfer, 44, wohnt nur 400 Meter von der Bombe entfernt. In der WWK-Arena sei es den „Umständen entsprechend in Ordnung“. Viel lieber hätte er natürlich „normal“ Weihnachten gefeiert. Dafür hat er seine Wohnung verbarrikadiert und die Matratze vor das Fenster gestellt. Er ärgert sich über jede Person, die erst überredet werden musste, bevor sie das Schutzgebiet verlassen hat.

60 Busse warten vor dem Stadion

In der WWK-Arena haben auch die Busfahrer der Stadtwerke Platz genommen. 60 Busse stehen auf dem Parkplatz vor dem Fußballstadion. Sobald die Bombe entschärft und die Leitstelle grünes Licht gibt, werden sie sofort wieder den Betrieb aufnehmen.

In der Messe Augsburg ist die Unterbringung bei weitem nicht so luxuriös. Knapp 300 Personen sind in der Notunterkunft untergekommen. Messechef Gerhard Reiter könnte hier 15.000 Personen unterbringen. „Natürlich haben wir gewusst, dass nicht so viele Leute kommen. Aber die Stadt muss sich ja auch für den Ernstfall rüsten.“ Platz ist an der Messe Augsburg genug. In einer Halle befinden sich 5000 Stühle, in einer anderen 2200 Feldbetten. Sanitäter aus ganz Bayern halten hier die Stellung.

Zwei Feldküchen sorgen für die Verpflegung. Sie kochen jeweils für 300 Personen. Mittags gibt es Eintopf. Um 1 Uhr nachts ist Dieter Prauss, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Schnelleinsatzgruppe des BRK Nürnberg, aufgestanden. Es war nicht so ganz einfach für den 1. Weihnachtsfeiertag ein Team zusammenzustellen. „Aber das ist verständlich. Es ist ein Feiertag, wo sich die Familien treffen. Ich hätte ansonsten heute Mittags ein schönes Steak gegessen und hätte am Nachmittag noch ein bisschen Weihnachten gefeiert. Aber so ist es auch in Ordnung. Dafür sind wir ja da.“

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Ein Artikel von
Miriam Zissler

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