Donnerstag, 18. Januar 2018

12. Januar 2018 19:16 Uhr

Augsburg

Das wilde Parken in der Bäckergasse ärgert die Anwohner

Auf der neu gepflasterten Seite der Straße in der Altstadt gelten auch neue Park- und Verkehrsregeln. Doch daran halten sich nicht alle Autofahrer. Das wird jetzt Folgen haben.

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Schilder und eine gelbe Markierung zeigen nun im neu gepflasterten Teil der Bäckergasse an, wo geparkt werden darf und wo nicht.
Foto: Michael Hochgemuth

Derzeit präsentiert sich die Bäckergasse gespalten: Auf der einen Seite ist das neue Pflaster bereits fertig gestellt und lässt erahnen, wie attraktiv die bekannte Straße in der Altstadt einmal aussehen wird. Auf der anderen Seite befindet sich nach wie vor die alte Asphalt-Buckelpiste. Im neu gestalteten Bereich der Bäckergasse wurden die Parkplätze neu ausgewiesen – Schilder zeigen, wo geparkt werden kann und wo nicht. Denn dort kann nicht mehr wie zuvor auf beiden Straßenseiten geparkt werden, die Parkzonen wurden versetzt angeordnet.

Nur werde diese neue Regelung von den Autofahrern nicht befolgt, kritisiert Anwohner Günter Christian. Seit der Abschnitt der Bäckergasse wieder für den Verkehr frei gegeben wurde, habe sich die Straße zu einem „Superparkplatz“ entwickelt. „Die nicht zum parken ausgewiesenen Flächen, inklusive Feuerwehrzufahrt, sind permanent zugeparkt – Tag wie Nacht“, schreibt der Anwohner in einer Mail an Baureferent Gerd Merkle, die auch unserer Redaktion vorliegt. Günter Christian informierte sich zudem beim Parküberwachungsdienst, warum angesichts der Situation nicht schärfer kontrolliert würde. „Solange die ausgewiesenen Parkplätze nicht am Boden markiert sind, haben Sie keine rechtliche Handhabe, tätig zu werden“, sei ihm geantwortet worden. Von „oben“ sei das Ausstellen von Strafzetteln „verboten“ worden.

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Ordnungsreferent: Die Eingewöhnungszeit ist vorbei

Dem widerspricht der zuständige Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD). So erging eine entsprechende Anweisung, in der Bäckergasse nicht zu verwarnen dahingehend, dass nach der Neueinrichtung des verkehrsberuhigten Bereichs, den Anwohnern und Anliegern eine Eingewöhnungszeit eingeräumt wurde. Doch die sei nun vorbei. „Seit Montag werden in der Bäckergasse Fahrzeuge gebührenpflichtig verwarnt.“ Daneben wird der Ordnungsdienst bis Ende März entsprechende Tempokontrollen durchführen. Wurm: „Die ersten zwei Wochen in aufklärender Form, danach mit gebührenpflichtigen Verwarnungen.“ Denn auch das Tempo der Autofahrer habe durch die neue Pflasterung wieder zugelegt. „Endlich kann man wieder schön Gas geben, ohne dass das Auto abhebt“, beschreibt Anwohner Günter Christian die Situation. Noch dazu sei der Teil nun eine Spielstraße.

Der Zustand in der Bäckergasse ist nur eine Momentaufnahme. „Mit Einsetzen einer beständigen Witterung werden die Straßenbauarbeiten wieder aufgenommen. Dies wird erfahrungsgemäß im Februar oder März der Fall sein“, sagt Baureferent Gerd Merkle. Sobald es weitergehen kann, wird in der Bäckergasse in Richtung Predigerberg weitergearbeitet, die bereits begonnene Werbhausgasse fertiggestellt sowie das Waisengäßchen und der Bereich vor der Ampel am Milchberg umgebaut. Anfang November sollen die Arbeiten beendet sein. Dann soll auch eine bauliche Ausgestaltung des Straßenraumes zu einer Beruhigung des Verkehrs führen. Merkle: „Bis zum Ende der Maßnahme werden optische Einbauten mit Bäumen und eine Möblierung durch Radständer und Bänke erfolgen, die den verkehrsberuhigten Bereich verdeutlichen.“

Jetziger Zustand ist nur ein Provisorium

Und auch die Markierungen der Parkzonen wurde nicht vergessen. Der jetzige Zustand sei nur ein „Provisorium“, so Baureferent Merkle. Witterungsbedingt war die Markierung der Stellplätze vor Weihnachten nicht mehr möglich. Sie wird aber nach dem Verguss des Pflasterbelages nachgeholt. Das wird im Frühjahr der Fall sein. Übergangsweise wurde nun nach AZ-Anfrage am Mittwoch eine gelbe Markierung vorgenommen.

Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Tanja Schäfer, die in der Bäckergasse eine Praxis betreibt, freut sich schon auf die Fertigstellung der Straße. „Das ist ein gutes Konzept, das aufgeht, wie man jetzt schon an dem einen Teil sehen kann. Die Bäckergasse wird dadurch gewinnen“, sagt sie. Mitarbeiter und Patienten hätten die bisherige Bauphase tapfer überstanden. „Viele Patienten kommen jetzt mit dem öffentlichen Personennahverkehr, parken in der City-Galerie oder kommen mit dem Rad.“ Auch sie habe bemerkt, dass nach der Freigabe der Straße die Autofahrer teils „aggressiv“ und „schnell“ durch die Bäckergasse gefahren sind. „Wenn nun an beiden Seiten geparkt wird, kommen nicht mehr zwei Autos aneinander vorbei. Das wird dann manchmal etwas chaotisch. Aber das wird sich auch noch einspielen“, ist sie sich sicher.

Geschäfte wieder von beiden Seiten erreichbar

Beate Hösle, Filialleiterin der Ottilinger Hofmetzgerei ist froh, dass derzeit das Geschäft wieder von beiden Seiten erreichbar ist. „Viele unserer Kunden sind nicht aus der näheren Umgebung und kommen mit dem Auto. Das war in den vergangenen Monaten teils sehr schwierig“, sagt sie. Sie freut sich auf die neu gestaltete Straße. Denn danach wird auch das Geschäft neu gestaltet. „Der Laden wird umgebaut.“

Der Umbau der Bäckergasse wird offenbar weitere Umbauarbeiten nach sich ziehen. „Die Stadt Augsburg wurde in vertraulichen Gesprächen über weitere Sanierungspläne von Hauseigentümern informiert“, sagt Merkle.

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Schlagworte

Gerd Merkle | SPD | Augsburg | Weihnachten

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Ein Artikel von
Miriam Zissler

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Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


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