Donnerstag, 29. Juni 2017

15. November 2010 04:36 Uhr

David Garrett rockt seine Geige

"Wir machen einfach ein bisschen Musik." Das sagt David Garrett, als er gegen Mitternacht die Bühne betritt und beinahe schüchtern lächelt. "Einfach", das ist natürlich weit untertrieben. Wenn er zur Geige greift, mit geschlossenen Augen den Bogen über die Saiten streifen lässt und mit seinem Spiel die Ballbesucher verzückt, dann ist es das Resultat jahrelanger harter Arbeit, jahrelangen Übens und unglaublicher Perfektion.

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Das alles spielt er so charmant herunter wie wohl kein Zweiter. Doch so einfach ist auch dieser Abend für ihn nicht. Ein bisschen blass und erschöpft kommt er am Nachmittag zum Soundcheck. Hohes Fieber, ein grippaler Infekt, machen ihm zu schaffen, aber er will, dass alles an diesem Abend passt. Über eine Stunde spielt Garrett sich ein. Plaudert danach noch kurz mit Claudia Mayr. Wegen einer Stoffwechselkrankheit sitzt die 29-Jährige im Rollstuhl. Sie bewundert Garrett seit langem, er erlaubt ihr, beim Soundcheck dabei zu sein. Der 30-Jährige ist ein Star, doch er ist natürlich und locker geblieben.

Ein paar Stunden später dann steht er wieder auf der Bühne. Das Publikum hat ihn ungeduldig erwartet, David Garrett, der Star, der in aller Munde ist, hat die Ballbesucher neugierig gemacht. Lässig mit Hut, Pferdeschwanz, Dreitagebart, T-Shirt und offenen Boots legt er gemeinsam mit Musikproduzent Leslie Mandoki am Schlagzeug los. Die neugierige Erwartung macht im großen Ballsaal einer stimmungsgeladenen Begeisterung Platz. Garretts Interpretationen von Michael Jacksons "Smooth Criminal", Nirvanas "Smells like Teen Spirit", Aerosmiths "Walk this Way" sind großartig anders, reißen viele Ballbesucher mit. Anderen ist sein rockiges Spiel ein wenig zu laut, weshalb sie den Auftritt lieber über die Übertragungsleinwände in den anderen Räumen des Textilmuseums verfolgen.

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Am Abend zuvor ist Garrett vor 12 000 Konzertbesuchern in Bremen aufgetreten, Samstagnacht fühlt er sich in einem intimeren Rahmen ebenso wohl. "Mir macht es genauso viel Spaß vor einem großen als auch vor einem kleinen Publikum zu spielen. Ich bin so konzentriert auf meine Musik, dass ich die Masse gar nicht mitbekomme", sagt er später. Kraft- und gefühlvoll zugleich entlockt Garrett seiner Violine Töne, die einige Besucher mit Begeisterungsschreien quittieren.

Nicht nur die weiblichen Ballbesucher sind begeistert, auch viele männliche Besucher holt er mit seiner lockeren Art schnell auf seine Seite. Alexander Nerlinger tanzt neben der Bühne, applaudiert begeistert. "Es gibt wenige Geiger, die die Grenze der Klassik überschreiten, sich an etwas Modernes heranwagen, und dort aber denselben virtuosen Ansprüchen gerecht werden." David Garrett kann beides. Schnell, rockig, modern - aber auch Vivaldis Vier Jahreszeiten etwa. Es ist Teil seiner Show. Derzeit befindet sich der Sohn eines deutschen Juristen und einer amerikanischen Primaballerina auf Welttour. Nach Auftritten in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt er die Tour im Februar in Amerika fort.

Nach einer Dreiviertelstunde verabschiedet sich Garrett von den Besuchern des Presseballs, nimmt sich noch Zeit für Interviews. "Trotz der Grippe habe ich das Beste gegeben. Da bin ich Perfektionist. Aber das können meine Fans auch erwarten." Sagt er und macht sich auf den Nachhauseweg. "Zu Hause", das ist an diesem Abend das Hotel Drei Mohren in Augsburg.

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