Donnerstag, 17. August 2017

19. August 2016 00:39 Uhr

Paula Print

Der Gaskessel und seine Geheimnisse

Die Zeitungsente steckt ihren Schnabel in ein Bauwerk, das früher sehr bedeutend für die Energieversorgung war. Wie das Gaswerk heute genutzt wird Von Peter K. Köhler und Paula Print

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Gas kommt aus der Leitung. Es brennt und man kann damit kochen oder die Wohnung heizen. Punkt, dachte sich die Zeitungsente Paula Print. Doch dann ist sie zum Gaskessel gegangen. Man kann das hohe, runde Ungetüm schon von Weitem sehen, denn er ist stolze 84 Meter hoch. Das ist fast so hoch, wie der Turm der Ulrichskirche. Der Weg zum Gaskessel führt durch ein schönes Torhaus. „Das ist das Pförtnerhaus“, erklärt Stefan Zaum. Er und Felix Durner führten eine Besuchergruppe mit Paula durch das Gaswerk.

Warum heißt das denn „Werk“? Weil das Gas früher in einer Fabrik neben dem Gaskessel hergestellt wurde. Das befand sich in mehreren Gebäuden auf dem großen Gelände. Neben der Fabrik wurden hier vor 100 Jahren auch Wohnhäuser gebaut, in denen der Direktor und viele Arbeiter wohnten. Denn damals lag das Gaswerk noch weit außerhalb der Stadt.

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„Die Fabrik produzierte sogenanntes Stadtgas aus Steinkohle“, erklärt Felix. Er ist zwar erst 15 Jahre alt, kennt sich aber bestens aus. Die Kohle kam aus Bergwerken und wurde in langen Eisenbahnzügen nach Augsburg gebracht. Wie man damals aus der Kohle das Gas gewann, ist recht kompliziert. Die Paula kann sich aber merken, dass die Kohle in speziellen Öfen erhitzt wird. Dabei löste sich das Gas aus der Kohle. Übrig blieb sogenannter Koks, der dann mit Wasser abgekühlt wurde. Bevor es Öl- und Gasheizungen gab, hatten viele Leute Koksöfen in ihren Häusern stehen. Die Firma MAN brauchte sehr viel Koks für ihre Gießerei. Dort wurde Stahl erhitzt, bis er flüssig war und in Formen gegossen werden konnte.

In dem Gas waren noch viele giftige und stinkende Stoffe. Dazu gehören unter anderem Schwefel und Teer. Die wurden herausgewaschen und verkauft. Den Teer verwandte man früher zum Straßenbau, ehe der Asphalt erfunden war, aus dem man heute die Straßenbeläge herstellt. Für die Reinigung waren früher die Arbeiter und Maschinen im Apparatehaus zuständig. Von dort aus wurde auch die Verteilung des Stadtgases in das Leitungsnetz gesteuert.

Vom Apparatehaus wurde das Gas schließlich in mehrere große Vorratsbehälter geleitet. Der größte davon war der Gaskessel. Felix lässt die Teilnehmer schätzen, wie lange das Vorrat in dem riesigen Gaskessel reichen würde. Zwei Tage, sagt eine Frau. Ein Tag, meint ein anderer. Weil der Kessel so riesig ist, denkt Paula, müsste der Inhalt für eine Woche reichen. Stimmt nicht, sagt Felix: Wenn nicht ständig Gas aus dem Werk nachgeliefert würde, wäre der Kessel in einer Stunde leer.

Kaum zu glauben. Aber Augsburg ist ja eine große Stadt. Da wohnen nicht nur Leute, die mit Gas heizen und kochen. Die größten Abnehmer sind Fabriken, die sehr viel Gas für ihre Produktion brauchen.

Vor etwa 50 Jahren ging die Zeit des Stadtgases zu Ende. Denn in der Nordsee und vielen anderen Gegenden wurde neben dem Erdöl auch Erdgas entdeckt. Es ist billiger und erzeugt mehr Hitze als das Stadtgas. Deswegen wurde das Gaswerk geschlossen. „Eigentlich schade“, denkt sich Paula. „Die alten Gebäude sind einfach viel schöner als die Fabriken von heute.“

Heute kann man im Gaskessel Partys feiern. In die anderen Gebäude werden nach und nach Künstler einziehen. Als „Zuckerle“ für Besucher steht heute im Gaskessel eine Orgel, die Musik macht. Das Tempo gibt ein Pendel vor, das an einer Seite vom Dach des Gaskessels hängt.

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Paula Print | Augsburg | Nordsee | MAN

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