Nach zehn Monaten ist bald Halbzeit beim Kö-Umbau. Wo jetzt noch ein Gerüst um ein Betongerippe steht, sollen in elf Monaten wieder 110.000 Fahrgäste pro Tag abgefertigt werden.
So sieht es momentan aus: Der Rohbau des Königsplatzes gleicht einem Betongerippe. Wegen des Scheeeinbruchs ruhen die Arbeiten seit Donnerstag. Bald soll aber an der Fassade weitergearbeitet werden. Foto: Anne Wall
Der Rohbau für das neue Königsplatz-Dreieck ist inzwischen so gut wie fertig: Noch kurz vor dem Schneeeinbruch haben die Bauarbeiter die Decke des Obergeschosses betoniert. Damit ist der Bau jetzt von oben her dicht. Wegen des Schneefalls sind die Arbeiten seit Donnerstag aber eingestellt. „Sobald wieder Tauwetter ist, werden Versorgungsleitungen für die Tram-Trassen verlegt und die Fundamente für den Windschutz auf den Bahnsteigen betoniert“, kündigt Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg an.
Ab kommender Woche soll zudem mit den Arbeiten an der Fassade begonnen werden. Das neue Gebäude im Inneren des Haltestellendreiecks wird im Erdgeschoss das Kundencenter, Toiletten und vier Geschäfte sowie Geldautomaten und Telefonzellen beherbergen. Im ersten Stock sind Räume für Fahrer vorgesehen. Bis Mitte April soll die Fassade fertig sein. In den kommenden Wochen wird auch das Dach, das in sieben Metern Höhe über den zentralen Bahnsteigen auf Stützen ruht, aufgebaut. Kritiker fürchten allerdings, dass es bei schlechtem Wetter dort schnell zugig und nass wird.
Erste Probefahrten im Oktober
Während es beim Bahnhofsumbau in der Halderstraße momentan hakt, ist der Königsplatz laut Stadtwerken im Zeitplan. Bereits im Oktober sollen die Straßenbahnen erste Probefahrten machen, damit die neuen Anlagen auch technisch abgenommen werden können.
Mitte Dezember – also in elf Monaten – soll der Königsplatz dann wiedereröffnet werden. 110.000 Fahrgäste nutzen den zentralen Umsteigeknotenpunkt, der seit März 2012 an den Moritzplatz verlagert wurde, an einem gewöhnlichen Tag. Ungeklärt ist momentan noch, wie die Stadtwerke am neuen Königsplatz mit Rauchern umgehen werden. An den „gewöhnlichen“ Haltestellen im Stadtgebiet Augsburg herrscht bisher kein Rauchverbot.
Im Dezember wird auch die Nagelprobe für Oberbürgermeister Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle sein. Dann wird sich herausstellen, ob die neue Kaiserhofkreuzung leistungsfähig genug ist, um Autoverkehr (funktioniert bisher) und Straßenbahnverkehr (wird sich zeigen) aufzunehmen.
Die Baustellen des Jahres in der Innenstadt. Aktuell laufen zudem die Arbeiten auf der Konrad-Adenerauer-Allee/Fuggerstraße. Hier wird die Fußgängerzone erweitert. Für Notfälle wird zudem ein „Bypass“, also eine Notspur für Autos, eingerichtet.