Der bekannte Rauch-Gegner Sebastian Frankenberger liest aus seinem Erstlingswerk.

Es sei ja nicht so, dass er sich danach gedrängt hätte, ein Buch zu schreiben, sagt Sebastian Frankenberger . Aber mit dem Erfolg seien die Verlage gekommen. Schließlich hatte er das Volksbegehren für mehr Nichtraucherschutz in Bayern erfolgreich über die Bühne gebracht, Bundesvorsitzender der ÖDP war er auch geworden. Er wollte erstmal seine Ruhe, nachdenken und beten. Doch die Verlage ließen nicht locker … So kam es, dass er das letzte Weihnachten zwar in der Eremitenstube des Linzer Dom-Kirchturms verbrachte, doch an seinem Erstling. Aus war’s mit der Auszeit…
In der Stadtbücherei nutzte Frankenberger die Gelegenheit einer Lesung, vieles zu erzählen, was nicht in seinem Taschenbuch „Volk, entscheide!“ steht. Beispielsweise, dass der Titel eigentlich nur ein Randthema des Inhalts treffe. Und dass er das Angebot abgelehnt habe, sich von Profis helfen zu lassen.
Für ihn nur konsequent, denn „ich wollte ein sehr persönliches Buch schreiben. Eher nach dem Motto, ich bin dann mal im Kirchturm“. Das hat der gläubige 30-Jährige aus Passau auch getan. Der gewiefte Parteistratege Heiner Geißler lieferte dem Polit-Küken das Vorwort.
„Die Leute gehen nicht mehr wählen, sondern auf die Straße“, schrieb Geißler. Dies beweise die hohe Zahl an Bürgerbegehren, heute etwa 350 pro Jahr. Paradebeispiel sei der Volksentscheid über das Rauchverbot in Bayern. Ein junger Mann, Frankenberger, habe die Menschen begeistert mit seinen Visionen für eine bessere Welt, sei angefeindet und angegriffen worden. Er habe einer politisch resignierte Generation das Vertrauen in die Demokratie zurückgegeben.
Die Überzeugung, dass ein Einzelner viel bewegen und die Welt besser machen könne, entwickelte der Ex-Theologie- und Lehramtsstudent beim Bibellesen.
Das Leben von Jesus Christus sei der beste Beweis dafür. Aus dessen Gleichnissen entwickelte er seine Visionen für ein demokratisches Gemeinwesen, das auch schlechte Entscheidungen eines Landtages korrigieren kann. Und als vielseitig engagierter Katholik zog er aus seiner Lektüre in der Eremitenstube auch Anregungen für ein neues Musical, das er mit seiner Gruppe auf die Bühne bringen will. Ungewöhnliche, überraschende Kost ist also Frankenbergers Erstling, dem das Image eines politischen Rebellen anhängt.
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