Dienstag, 28. März 2017

16. Oktober 2010 05:25 Uhr

Der junge Mann und die Violine

Er ist ein absolutes Ausnahmetalent an der Geige, hat mit 14 schon klassische Alben aufgenommen und wurde von Legende Yehudi Menuhin als "größter Violinist seiner Generation" geadelt. Geiger David Garrett (30) ist unbestritten auf dem Weg nach ganz oben. Beim Augsburger Presseball ist er der Stargast. Wir sprachen mit ihm über die Rolle als Jugendbotschafter der Klassik und vieles mehr.

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David, auf "Rock Symphonies" haben Sie Nirvanas "Smells like Teen Spirit" neu eingespielt. Was verbindet Sie mit Kurt Cobain?

Garrett: Absolute Leidenschaft. Bei Cobain konnte man sehen, dass er für seine Musik brannte. Er war immer mit ganzem Herzen dabei.

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Waren Sie Fan von Nirvana?

Garrett: Ja. Ich war 13, als "Nevermind" rauskam. Meine Eltern wollten nicht, dass ich Rockmusik höre. Ich sollte mich ganz auf die Klassik und aufs Üben an der Violine konzentrieren. Ich konnte mich ein Stück weit mit Cobains Kämpfen und dem Druck, den er letztlich nicht ausgehalten hat, identifizieren.

Sie hatten mit 14 bereits einen Plattenvertrag bei der Deutschen Grammophon ...

Garrett: Und war kurz davor, alles hinzuwerfen. Ich war nicht frei in meinen Entscheidungen, spielte nur das, was andere mir vorgaben, bekam vorgeschrieben, was ich in Interviews sagen durfte und was nicht. Ich hatte zwar Freunde, aber ich konnte selten was mit ihnen unternehmen oder Fußball spielen. Ich musste immer üben.

Liebten Sie die Geige nicht immer?

Garrett: Ich liebe die Violine und ich habe sie immer geliebt. Nur entschloss ich mich irgendwann, soweit das möglich ist, nach meinen eigenen Regeln zu spielen. Damit ich nicht ausbrenne.

Sie sind mit 19 ohne Wissen Ihrer Eltern nach New York gezogen und haben an der Juillard School of Music studiert, zu Ihren Lehrern zählte Itzhak Perlman. Wann haben Sie sich von der Klassik abgewandt?

Garrett: Ich habe mich nie abgewandt, ich spiele nach wie vor auch Traditionelles. Ich fand es halt nur schade, dass so wenige junge Leute in meine Konzerte kamen. Ich halte Klassik nicht für verstaubt, ich lebe mit dieser Musik, seit ich denken kann. Ich weiß: Diese Musik reißt auch junge Menschen mit, sie müssen sie nur entdecken. Doch scheinbar war ich nicht typisch für meine Generation. Also überlegte ich, übrigens schon Jahre bevor ich damit erfolgreich wurde, was ich machen kann, um die Jugend zu locken.

Sehen Sie sich auf Mission - wollen Sie der Jugend zeigen, wie toll klassische Musik ist?

Garrett: Missionar bin ich nicht, das klingt mir zu religiös. Was ich möchte, ist die manchmal steife Klassikszene aufmischen. Ich will, dass viel mehr Menschen meine Begeisterung für diese Musik teilen. Klassik ist keine elitäre Veranstaltung, Mozart oder Beethoven waren zu ihrer Zeit Rockstars. Klassik und Rock - für mich gehören beide Genres sehr eng zusammen. Songs wie "November Rain", das ich neu interpretiert habe, haben ja schon im Original etwas sehr Orchestrales.

Wie stehen Sie zum Begriff "Cross-over"?

Garrett: Finde ich passend. Ich bin ein Cross-over-Künstler. Mit meiner Arbeit baue ich Brücken zwischen Klassik und Unterhaltungsmusik. Ich spiele an einem Abend Tschaikowsky, am nächsten trete ich bei den MTV-Awards auf. Meine Zielgruppe ist das breite Publikum. Ich will alle erreichen.

Sie hätten keinen Erfolg, wenn Sie klein, dick und hässlich wären ...

Garrett: Cross-over kannst du nur glaubhaft machen, wenn du ein sehr solides Fundament hast. Und das habe ich in der Klassik. Ich definiere mich außerdem nicht über mein Aussehen. Sondern über mein Talent, meinen Fleiß, meinen Ehrgeiz. Es kostet verdammt viel Kraft und Arbeit, dorthin zu kommen, wo ich bin. Nur ein hübsches Gesicht zu haben, das würde nicht reichen.

Was muss die Frau fürs Leben haben?

Garrett: Ich müsste mich richtig in sie verlieben. Bedingungslos. Dann wüsste ich, dass sie die Richtige ist.

Heißt "bedingungslos verlieben", dass Sie für eine Frau Ihre Karriere aufgeben oder vernachlässigen würden?

Garrett: Niemals. Die Musik ist meine erste und größte Liebe. Keine Frau würde es schaffen, meine Violine und mich zu trennen.

Interview: Steffen Rüth/AZ

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