Die Botschaft ist einfach: Flüsse müssen wieder Lebensräume werden. Die Aktion ist gewagt: Liedermacher Heinz Ratz schwimmt von Lindau nach Kiel. Insgesamt 52 Städte erreicht Ratz auf dem Wasserweg und gibt dort ein Benefizkonzert für den Artenschutz.
Sein Weg nach Augsburg führte durch den Lech und war alles andere als ein Spaziergang. An der Lech-staustufe 23 (zwischen Königsbrunn und Mering) begann Ratz - trotz Bronchitis, die er sich in der kalten Iller zuzog, geschützt mit Neoprenanzug und Melkfett - seine über 10 Kilometer lange Schwimmstrecke bis zum Augsburger Hochablass.
Ratz geht es vor allem darum, ein Gefühl der Gleichgültigkeit gegenüber der Natur zu brechen. "Die Leute glauben, ich bin verrückt" sagt Ratz "dabei ist schwimmen in einem Fluss eine vollkommen natürliche Sache. Nur kann es sich heute niemand mehr vorstellen, weil wir unsere Flüsse jahrzehntelang zerstört haben. Das Schlimmste ist, dass wir uns mehr und mehr an diese Zerstörung gewöhnen".
Im Lech wurde Ratz von einem Kamerateam und Sympathisanten mit insgesamt vier Booten, abschnittsweise auch von Schwimmern begleitet. Schwierigkeiten bereiteten neben der starken Strömung vor allem die Wehre, die insgesamt sechs Landgänge erforderten.
Wer aber dachte, dass Ratz seine Energie schon beim Schwimmen verloren hatte, irrte. Beim anschließenden Konzert seiner Band "Strom & Wasser" im Kulturhaus abraxas gab Ratz noch einmal Vollgas und erzählte unter anderem von dem Glücksgefühl, eine Ente zu überholen. Die Freude, in einem Fluss zu schwimmen und "seine große Kraft zu spüren", sei etwas Einmaliges, sagte Ratz.
Enttäuscht zeigte er sich indes vom Augsburger Bund Naturschutz. Dieser hatte eine Unterstützung der Aktion abgelehnt, da nach Aussage von Heinz Ratz "Nachahmer unerwünscht" waren. Auch Noah Rusch, der die gesamte Strecke im Kanadier begleitete, war angesichts dieser Auffassung erstaunt. Er sagte: "Die Umwelt wird immer nur derjenige schützen, der sie kennt!" (ebbo)
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