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11. Juli 2008 19:50 Uhr

Der neue Krebs-Detektiv sieht besser

PET/CT: Auf den ersten Blick erinnert dieses Buchstabenkürzel irgendwie an die Kennzeichnung einer Kunststoffflasche. Doch dahinter verbirgt sich ein gewaltiger Fortschritt in der Diagnose und Behandlung von Krebs- oder Herzleiden, der nach jahrelangen Bemühungen im Klinikum Einzug gehalten hat. Dort wurde gestern das neue PET/CT-System eingeweiht.

Der neue Krebs-Detektiv sieht besser
Foto: ALFA

Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) hat unter dem eingängigen Begriff "Krebs-Detektiv" Schlagzeilen gemacht. Mithilfe geringer Mengen von radioaktiv markierter Glukose spürt er Tumore im Körper auf. Grob vereinfacht gesagt hat der Schnüffler allerdings eine Schwäche: Er sieht schlecht. Dieses Manko behebt in dem neuen PET/CT-System der zweite Baustein, der Computer-Tomograf. In dessen Röhre werden Röntgenbilder vom Körper gemacht. Ein Computer erstellt im Anschluss aus beiden Ergebnissen ein Bild, die Mediziner können Krankheitsherde millimetergenau und dreidimensional orten.

Das neue Gerät verspricht nicht nur für die Diagnose, sondern auch für die Behandlung große Fortschritte. Darauf wies Professor Otmar Schober hin, der zur Eröffnung den Festvortrag hielt. Nach Angaben des Direktors der Klinik für Nuklearmedizin an der Uni Münster wird in der Strahlentherapie bei jedem fünften Patienten das Behandlungskonzept verändert, nachdem der PET/CT neue Erkenntnisse geliefert hat. Noch eines betonte Schober: Die Entwicklung medizinischer Geräte in diesem Bereich verlaufe so rasch, dass die Finanziers kaum noch Schritt halten könnten.

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Das beste Beispiel dafür ist Augsburg. Sieben Jahre lang kämpfte das Klinikum dafür, eine PET-Einheit zu erhalten. 2002 war es so weit, damals wurden in Deutschland bereits die ersten PET/CT-Systeme installiert. In Augsburg wurden im PET, dem ersten Schwabens, alsbald 1300 Patienten im Jahr untersucht, und Professor Joachim Sciuk, Chef der Klinik für Nuklearmedizin, drängte auf den verbesserten Krebs-Detektiv. Anfang 2006 unternahm der Landtagsabgeordnete Max Strehle (CSU) den ersten Anlauf beim Münchner Sozialministerium, Mitte 2008 nun steht das neue Gerät in einem eigens errichteten Anbau.

Rund fünf Millionen Euro wurden investiert, gut 500 000 davon kamen vom Freistaat. An dessen Ausgaben für das Klinikum im Baubereich erinnerte die für Krankenhäuser zuständige Staatssekretärin Melanie Huml (CSU). Für den Umbau der Zentralsterilisation, des OP-Traktes und den Neubau der Kinderklinik steuert München - über mehrere Jahre verteilt - an die 70 Millionen Euro bei.

Ringen um Geld für Geräte

Diese Zahlen sind bekannt. Unbekannt ist dagegen, wie viel der Freistaat für die Ersatzbeschaffung medizinischer Geräte springen lässt. Zwar hat Ministerpräsident Günther Beckstein bei seinem Besuch Ende Januar Unterstützung versprochen, konkret ist aber noch nichts. Auf 48 Millionen Euro hat das Klinikum seinen Bedarf allein für die nächsten drei Jahre beziffert. Nach Auskunft von Max Strehle wird derzeit gepokert, wie viel und aus welchen Töpfen nach Augsburg fließen könnte, ohne dass andere Kliniken im Bezirk leiden.

Wobei es den Schwaben dabei an Fantasie nicht mangelt. Das Ansinnen, doch von den überzähligen Transrapid-Millionen einige für die Modernisierung des medizinischen Geräteparks herzunehmen, wurde allerdings abschlägig beschieden. Dass das hochdefizitäre Klinikum sich "trotz erdrückender Sparzwänge" nun ein funkelnagelneues PET/CT-System leistet, erfüllt dessen Verwaltungsratsvorsitzenden, den Augsburger Landrat Martin Sailer (CSU), mit "Stolz und Freude".

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