Die Denkmalschützer haben die gefundenen historischen Mauerreste beim Fünffingerlesturm jetzt analysiert und bewertet. "Sie bleiben erhalten, stören aber die Baumaßnahme nicht, da sie später nicht sichtbar sein müssen", sagt Anne Voit, Vorsitzende der Alt-Augsburg-Gesellschaft. Damit geht es nach den Sommerferien mit dem Bau der umstrittenen Außentreppe planmäßig weiter.


"Es wird eine ganz filigrane Sache", macht Voit für die Außentreppe aus Stahl und Beton Werbung. Die Treppe habe keinen direkten Kontakt mit dem historischen Turm und sei der einzig mögliche Weg. Die Treppe soll den Turm erschließen, der zukünftig auch ein kleines Museum beherbergen soll. Rund 200 000 Euro kostet das von der Stadtsparkasse mitfinanzierte Gesamtprojekt. Voit bemängelt, dass bis jetzt von den Kritikern niemand mit ihr geredet habe. Die Maßnahme sei alles andere als eine "Bausünde".
Das bestätigt Stadtheimatpfleger Eberhard Hilbich. "Eigentlich habe ich nichts gegen die Außentreppe, um in den Turm hineinzukommen." Doch lieber als Beton hätte er eine Bauwerk aus alten Ziegelsteinen. "Das wäre dann im Stil der Stadtmauer." Eine Treppe müsse sein, sonst stünde der Turm da wie ein "letzter Zahn im Mund ".
Im Vorfeld der Entscheidungen - Stadtrat und Denkmalschutz haben zugestimmt - sei Hilbich im übrigen nicht befragt worden. Die Kombination von moderner Treppe und historischem Fünffingerlesturm störe ihn nicht, da die Betonmauer den Turm nicht berührt.
Bürgermeister Klaus Kirchner spricht von einer "modernen Außentreppe" und einem "ganz normalen Bauantrag". Die geplante Nutzung sei im Interesse der Stadt, auch wenn die "Planung nicht jedem gefallen mag". Und: "Ohne die Alt-Augsburg-Gesellschaft würde das Kleinod weiterhin nur als Fischfutter-Lager dienen."
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