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10. November 2011 17:13 Uhr

Polizistenmord in Augsburg

Die Täter hatten mindestens drei Waffen

Neue Details zum Augsburger Polizistenmord: Die Täter hatten mindestens drei Waffen dabei. Sie schossen offenbar aus dem Schutz der Dunkelheit. Von Jörg Heinzle und Stefan Krog

Zwei Wochen sind seit dem Mord an dem Augsburger Polizisten Mathias Vieth (41) vergangen. Obwohl die Ermittler der 50-köpfigen Soko „Spickel“ keine heiße Spur haben, bleibt Augsburgs Polizeipräsident Gerhard Schlögl zuversichtlich. „Der Fall kann gelöst werden, die Beamten der Soko sind hoch motiviert“, sagte Schlögl unserer Zeitung. Die Täter und der Hintergrund des Verbrechens seien zwar nach wie vor unbekannt, doch es gebe viele Spuren.

Inzwischen sind es über 500 Hinweise, die von den Ermittlern überprüft werden. Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend gingen noch einmal rund 45 neue Hinweise ein. Ein Anrufer berichtete von einem Drogengeschäft und nannte auch den Vornamen eines möglichen Beteiligten. Die Kripo geht der Spur nun nach – allerdings erwarten sich die Ermittler nach Informationen unserer Zeitung nicht allzu viel davon.

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Es gab zwar von Anfang an Spekulationen, dass Mathias Vieth und seine 30-jährige Kollegin ein Drogengeschäft gestört haben könnten. Es ist aber nur eine Möglichkeit von vielen – und nach Einschätzung der Soko wohl nicht sehr wahrscheinlich. Polizeipräsident Schlögl geht davon aus, dass die beiden Täter einen „großen Coup“ geplant hatten. Vermutlich hätten die Beamten durch ihr Einschreiten ein anderes Verbrechen verhindert.

Mathias Vieth und seine Kollegin hatten am 28. Oktober nachts um kurz vor 3 Uhr zwei Männer auf einem Parkplatz am Augsburger Kuhsee kontrollieren wollen. Die Männer flüchteten auf einem Motorrad über eine Fußgängerbrücke über den Lech. Kurz darauf stürzten sie auf einem Waldweg. Sie eröffneten das Feuer, als die Polizisten sich näherten. Nun steht fest, dass die Täter in jener Nacht mindestens drei Waffen dabei hatten, mit mindestens zwei Waffen wurde geschossen. Vieth wurde mehrfach getroffen und starb. Die Kollegin erlitt einen Streifschuss und ist noch immer traumatisiert. Beide Polizisten hätten sich absolut richtig verhalten, sagt Polizeipräsident Schlögl.

Sie hatten gegen die rücksichtslosen Täter allerdings fast keine Chance. Die Männer schossen offensichtlich aus dem Schutz der Dunkelheit. Die Beamten konnten die Täter während des heftigen Schusswechsels, bei dem Mathias Vieth sogar noch einmal das Magazin wechselte, nicht sehen. Die Täter flüchteten nach der Schießerei in den Wald und sind seither verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter den Wald relativ schnell verließen.

Möglicherweise trennten sich die Männer, mindestens einer von ihnen durchquerte bei seiner Flucht den Lech. Spürhunde führten die Ermittler bis ans Ufer, dort verliert sich die Spur. Von den Tätern gibt es eine vage Beschreibung. Welche Sprache sie sprechen, ist unklar – zu einem Gespräch zwischen ihnen und den Streifenpolizisten kam es nicht.

Fahnder sichten Tausende Mobilfunk-Datensätze

Wichtig für die Kripo ist eine DNA-Spur, die offensichtlich von einem der Täter stammt. Ein Abgleich mit deutschen und internationalen Datenbanken, in denen das Erbgut von Millionen Straftätern erfasst ist, brachte bis jetzt jedoch keinen Treffer. Die Ermittler sind derzeit auch damit beschäftigt, Mobilfunkdaten zu überprüfen. Es geht darum, ob Verdächtige im Tatzeitraum in den Funkzellen nahe des Tatortes telefoniert haben. Tausende Datensätze müssen dafür ausgewertete werden.

Der Polizeipräsident warnt deshalb auch vor zu großen Erwartungen. Die Ermittlungen seien mühsam und könnten lange dauern, sagt Schlögl.

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