Vielleicht waren manche Zuschauer in den beiden "Figaro"-Vorstellungen vor Weihnachten (12. und 23. Dezember) zunächst enttäuscht, dass auf dem Besetzungszettel nicht Sophia Christine Brommer als Darstellerin der Susanna stand. Enttäuscht vielleicht, weil man gespannt war, wie Brommer nach der so tragischen wie artistischen Partie der "Lucia di Lammermoor" die schelmische junge Zofe geben würde. Die Enttäuschung wich aber schnell großer Begeisterung, als man auf der Bühne die Zweitbesetzung der Susanna erlebt, die junge Sopranistin Cathrin Lange. Sie ist eine Susanna, wie man sie sich besser nicht wünschen kann: mit einem leicht beweglichen und doch gehaltvollen Sopran, ohne jegliche Schwere, mit unangestrengter Strahlkraft in der Höhe. So schlank und rank, wie sich die junge Sängerin körperlich darstellt, so gibt sie sich auch stimmlich, und dabei hat sie doch Substanz, Wärme und sängerisches Temperament.

Cathrin Lange, die bei der "Figaro"-Premiere die Barbarina sang und auch bei "Orpheus: Saitenschlag" dabei ist, ist Susanna wieder am 14. Januar. Am 8. Januar singt Sophia Brommer die Zofe und Braut des Barbiers, der seinen Herrn, den liebeshungrigen Grafen, nach Strich und Faden ausschmiert.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: