Zugegeben, für eine Spanierin ist es derzeit ein bisschen kalt in Augsburg. Irene Morales trägt jetzt schon das Wärmste, was sie aus Südspanien mitgebracht hat. Aber trotz der Kälte würden sie keine zehn Pferde hier wegbekommen: Morales will tanzen. Deshalb ist die 21-Jährige erst vor Kurzem nach Augsburg gezogen.
Sie trainiert in der Ballettschule Otevrel, um Ballerina zu werden - in der Förderklasse "Ballett Intensiv", die es dort seit diesem Schuljahr gibt. "Wir wollen weder jemanden über- noch unterfordern, deshalb haben wir eine eigene Förderklasse eingerichtet", erklärt Schulleiter und Tänzer Daniel Otevrel. Zehn begabte Tänzer - sieben Mädchen und drei Jungen im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren - haben den Kurs schon begonnen; auch eine Schülerin aus Japan ist dabei.
Irene Morales hat sich schon gut in der Schule eingelebt. Von Daniel Otevrel, der selbst eine internationale Tänzerkarriere hinter sich hat, und seiner Schule hat sie in Spanien viel gehört. "In Ballettkreisen spricht sich das herum", sagt sie. Morales wird hier ihren letzten Schritt in Richtung Beruf und Berufung gehen - danach will sie bei den Ballettkompanien vortanzen, die ihr gefallen. Eigentlich aber ist sie schon Ballerina. Morales könnte sch ein Leben ohne Tanzen nicht vorstellen. "Wenn ich tanze, fühle ich mich frei, bin ich ich", sagt sie.
Um Erfolg zu haben, musste sie schon früh ihr Leben nach dem Tanzen ausrichten: Mit 14 Jahren zog sie von zu Hause aus, um renommierte Ballettschulen in ihrem Land, in England und in Frankreich zu besuchen. Ein Jahr lang will sie sich nun von Daniel Otevrel und Oscar Córdoba unterweisen lassen. "Die sind zwar herzlich, aber auch streng zu mir", sagt sie anerkennend. Jeden Tag wird mehrere Stunden hart trainiert - da bleibt nicht viel Zeit, um sich in der Stadt umzuschauen. "Ich bin einfach erschöpft nach einem Tag Training", gibt Irene Morales zu. Aber für einen Deutschkurs hat sie sich schon angemeldet.
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