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11. Juni 2008 19:20 Uhr

Stadttheater Augsburg

"Die miesesten Bedingungen in ganz Bayern"

Das Augsburger Stadttheater bedarf dringend einer Sanierung, sagt der oberste bayerische Rechnungshof. Denn der Zustand sei so schlecht, dass man sogar eine "sachgerechte Verwendung der Zuschussgelder" infrage stellen könnte. Von Thomas Faulhaber und Nicole Prestle Von Thomas Faulhaber

Das Stadttheater Augsburg müsste dringend saniert werden.

Von Thomas Faulhaber und Nicole Prestle

Schlechte Nachrichten präsentierte der kaufmännische Direktor des Theaters, Steffen Rohr, dem Kulturausschuss. Laut dem obersten bayerischen Rechnungshof ist der Zustand des Theaters Augsburg "besorgniserregend".

Das Haus bedarf dringend einer Sanierung. Der Zustand sei so schlecht, dass man sogar eine "sachgerechte Verwendung der Zuschussgelder" infrage stellen könnte. Laut Rechnungshof-Prüfer werden durch die Mängel 20 Prozent der technischen Personalressourcen gebunden. "Das Theater hat die schlechtesten Produktionsbedingungen aller bayerischen Theater", zitiert Rohr den Rechnungshof. Damit löste er betroffene Gesichter aus.

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Intendantin Juliane Votteler setzte noch eins drauf und umriss dem Ausschuss etwas genauer die schon festgestellte Mängelliste im Theater, in der Komödie und auch auf der Freilichtbühne. In den Werkstätten, in den Garderoben oder auch im Sanitär- und Künstlerbereich müsse dringend modernisiert werden. Der Zustand der Probenräume für Ballett oder Chor sei "katastrophal". Der Zustand der Freilichtbühne sei in Teilen wie vor 30 Jahren, so Rohr. Von 281 überwachungspflichtigen Anlagen im Theater weisen 106 Mängel auf.

Was genau gemacht werden muss, wird nun eine Projektgruppe mit Beteiligung der Stadtreferate eruieren. Laut Votteler gehe es nicht nur darum, Mängel zu dokumentieren. Sie sprach von "Visionen", das heißt: Sie will Varianten, wie man alle Spielstätten des Theaters modernisieren kann. Vom Sanitärbereich bis hin zu neuen Mikroport-Anlagen und Lüftungstechnik.

Der zukünftige Umbau bedeute auch die Planung von Ersatzspielstätten für ein oder zwei Spielzeiten. Eine Option könnte die ehemalige Kälberhalle auf dem Schlachthof-Gelände sein. Die müsste aber erst einmal als Spielstätte hergerichtet werden, denn derzeit eignet sie sich höchstens als Sommerquartier.

Dass das alles nicht billig wird, machte Rohr dem Ausschuss deutlich. Die bislang genannten 16 Millionen Euro für die Theatersanierung werden wohl nicht reichen. Die Summe bedeute aber keine "Luxussanierung", so Rohr. Auch die Kosten soll die Projektgruppe hochrechnen. Das Theater schlug ein Gutachten eines Architekturbüros vor. Das allerdings koste selbst 250 000 Euro. Es müsste eine genaue Analyse aller Spielstätten, Lagerräume und Probebühnen beinhalten. "Auf dieser Grundlage könnten wir planen", so Rohr.

Bilder vom Zustand des Theaters unter augsburger-allgemeine.de

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